Der Cthulhu Mythos 70 Jahre nach H.P. Lovecrafts Tod -
Eine Untersuchung über die Einflüsse einer literarischen Idee auf Medien und Subkulturen





Schriftliche Hausarbeit (Zulassungsarbeit)

Für das 1. Staatsexamen für das Lehramt an Realschulen

im Fach

Deutsche und vergleichende Volkskunde

an der

Ludwig-Maximilian-Universität München



vorgelegt von


Marcus Rauchfuß

Barer Straße 86

80799 München


Lehramt Realschule Englisch / Wirtschaftswissenschaft


Dozent: Dr. Rainer Wehse


München, den 17. Juni 2005



Zusatzbemerkung zur Online-Version: Diese Arbeit wurde als Zulassungsarbeit eingereicht und veröffentlicht:

Deutsche Gesellschaft für Volkskundende, Veröffentlichungen 2005

Zitierung dieser Arbeit für andere wissenschaftliche Arbeiten ist selbstverständlich erlaubt, Veröffentlichung, auch Auszugsweise, ist nur mit meiner Zustimmung gestattet.

Marcus Rauchfuß, 12.07.2008





  1. Einführung 

    1.1. Ziel dieser Arbeit 
    1.2. Was definiert eine Subkultur? 
    1.3. Was ist der Cthulhu Mythos? 
        1.3.1. Warum „Cthulhu Mythos“ statt „Cthulhu Myth“? 

        1.3.2. Der Cthulhu Mythos, eine mögliche Definition 
    1.4. Zur Person Howard Phillips Lovecraft 

  1. Literaten und Literatur um Lovecraft und in Lovecrafts Nachfolge 

    2.1. Grundsätzliches zur Mythos Literatur
    2.2. Freunde und Literaten aus Lovecrafts Umfeld
            2.2.1. August Derleth
            2.2.2. Harry Houdini
            2.2.3. Robert E. Howard 
    2.3. Neue Autoren seit den 1960ern
            2.3.1. Stephen King
            2.3.2. Ramsey Campbell 
            2.3.3. L. Sprague De Camp 


  1. Der Cthulhu Mythos in Fantasierollenspielen 

    3.1. Was ist ein Fantasierollenspiel? 

    3.2. Das Spiel “Call of Cthulhu”  
    3.3. Einflüsse der Werke Lovecrafts auf andere Rollenspiele 
            3.3.1. Cthulhupunk
            3.3.2. Dungeons & Dragons 

  1. Einflüsse im Internet 
    4.1. Allgemeines zum Internet 
            4.1.1. Geschichte des Internets 
     
            4.1.2. Wichtige Begriffe 
    4.2. Die Lovecraft Community 
            4.2.1. Forenboards und Groups 
            4.2.2. Private Homepages und Sites 
                4.2.2.1. Campus Crusade for Cthulhu
                4.2.2.2. Orion’s Arm

  1. Der Mythos in Film, TV und Musik 

    5.1. Romanadaptionen 
    5.2. Das Lovecraft Filmfest 
    5.3. Elemente des Mythos in Film und TV
           5.3.1. Batman
           5.3.2. Tanz der Teufel 
           5.3.3. Blair Witch II: Book of Shadows
           5.3.4.
    verschiedene TV Serien und Reihen
    5.4. Musik
            5.4.1. Heavy Metal 
                5.4.1.1. Metallica 
                    5.4.1.1.1. The Call of Ktulu 
                    5.4.1.1.2. The thing that should not be 
                5.4.1.2. The Darkest of the Hillside Thickets 
                    5.4.1.2.1. Flee 
                5.4.1.3. Weitere Bands und Künstler 
             
            5.4.2. Gothic und Industrial 


  1. Sonstige Medien 

    6.1. Comics
        6.1.1. Lovecrafts Literatur als Comic
        6.1.2. Einflüsse in anderen Comicserien
               6.1.2.1 Batman 
               6.1.2.2. Akte X 
    6.2. Online Comics
    6.3. Hörbücher
    6.4. Computerspiele 


  1. Merchandise 

    7.1. Chaosium 

    7.2. Sigh Co. 



8. Auswirkungen des Mythos auf Magie und Religion in der New Age- und Esoterik-Bewegung

        8.1. Das Necronomicon
            8.1.1. Das Necronomicon in Esoterik und Okkultismus
            8.1.2. Die
tatsächliche Herkunft des Necronomicons
        8.2. Einflüsse im Satanismus
        8.3. Chaosmagie 
            8.3.1. Was ist Chaosmagie? 
            8.3.2. Chaosmagie und die Götter des Mythos 



9. Satire und andere weniger ernste Seiten des Mythos 

        9.1. Cthulhu for President
        9.2.Religiöse Satire 
        9.3. Große Alte und Äußere Götter in Plüsch
        9.4. Pokethulhu


10. Abschließendes 


Bibliographie 

Anhang I 

Anhang II 


 


1. Einführung

„Phnglui mglwhnaf! Cthulhu R’lyeh wganagl fthagn!“

-In seinem Haus in R’lyeh schläft träumend der tote Cthulhu!-1


In den 20er und 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts verfasste der

amerikanische Autor und Exzentriker Howard Phillips Lovecraft eine große Anzahl Romane, Gedichte und Kurzgeschichten, die sich alle um ein zentrales Thema drehten: Das Pantheon der Großen Alten2, dessen inzwischen prominenteste Figur Cthulhu ist. Obwohl der Erfolg Lovecrafts zu seinen Lebzeiten selten ausreichte, ihm ein sicheres Einkommen zu gewähren, zählen seine Werke doch inzwischen zu den einflussreichsten der Fantasy- und Horrorliteratur. Bekannte Autoren wie Stephen King und Ramsey Campbell, dem ich für seine Mithilfe an der Entstehung dieser Arbeit hiermit ausdrücklich danke, wurden durch ihn inspiriert und Elemente des von Lovecraft erdachten Universums finden sich in einem bemerkenswert breiten Spektrum der heutigen Popkultur, wie ich später noch zeigen werde, wieder.


1.1. Ziel dieser Arbeit

Der Cthulhu Mythos (im weiteren Verlauf auch einfach nur Mythos) in all seinen Ausprägungen ist zugegeben ein sehr spezielles und einem Außenstehenden verschlossenes Feld. Es ist deshalb das Ziel dieser Arbeit sowohl einen Einblick in die literarischen Ursprünge des Mythos und dessen Weiterentwicklung in der Literatur als auch in dessen Einflüsse in verschiedenen Subkulturen und Medien zu geben. Deshalb werde ich versuchen, ein möglichst umfassendes Bild über alle Facetten des Mythos, sei dies nun in Literatur, Film oder Spiel, zu zeichnen. Ich hoffe zu verdeutlichen, dass die inzwischen über 80 Jahre alte literarische Idee, auf die der Mythos zurückgeht, ein inzwischen sehr kreatives und vitales Eigenleben entwickelt hat und nicht mehr nur auf Literatur begrenzt ist.


1.2. Was definiert eine Subkultur?

Eingangs sei erwähnt, dass der Begriff Subkultur an sich strittig ist, Rolf Schwendter nennt in seinem Buch Theorie der Subkultur gleich mehrere untereinander abweichende, teils politische, teils unpolitische Definitionen dafür, was eine Subkultur ausmacht, alle von verschiedenen Autoren die sich mit diesem Thema beschäftigt haben3. Bolte hat laut Schwendter folgendes zum Thema Subkultur zu sagen:
Bolte hat Subkultur als Gruppe mit vielen Gemeinsamkeiten in ihren grundsätzlichen Vorstellungen, Fertigkeiten, nicht biologisch bestimmten Verhaltensweisen und verfügbaren Geräten definiert.“ 4

Ich lege diese Definition meinem eigenen Verständnis zugrunde. Dennoch weise ich darauf hin, dass Schwendters Buch bereits 1973 in der Erstauflage erschien und die in den ersten beiden Kapiteln genannten Definitionen und Erklärungsansätze bis zur jetzt aktuellen vierten Auflage (bereits von 1993) nicht modifiziert wurden, weshalb mir eine Modifizierung der Definition angeraten erscheint.

Im Rahmen dieser Arbeit definiere ich Subkultur wie folgt:

Eine Subkultur ist eine Gruppe mit vielen Gemeinsamkeiten, grundsätzlichen Vorstellungen, nicht biologisch bestimmten Verhaltensweisen, homogenen Interessen und ähnlichem Kleidungsstil, die bestimmte innerhalb der Subkultur bekannte Treffpunkte (Gaststätten, Discotheken etc.) zur Zusammenkunft benutzt.“

Diese Definition erscheint mir sehr anwendbar, da sie sehr gut zusammenfasst, was die vom Cthulhu Mythos beeinflussten Subkulturen ausmacht. Diese sind im einzelnen:

Gothics, auch als „Grufties“ bezeichnet, Metaler (Fans der Musikrichtung Heavy Metal), siehe zu beiden Gruppen Kapitel 5, Rollenspieler (siehe Kapitel 3), Mitglieder der Esoterik/Okkultismusszene (siehe Kapitel 8) und natürlich die Fans des Cthulhu Mythos.

Zugegeben sind diese Subkulturen alles andere als trennscharf untereinander. So findet man Gothics, die auch gerne Heavy Metal hören und umgekehrt Metaler die Gothic Musik mögen, Rollenspieler machen einen bedeutenden Anteil sowohl bei Heavy Metal Fans wie auch bei Gothics aus und in allen drei Gruppen finden sich Personen mit zum Teil erheblichen Interesse an Okkultem (u.a. Hexen, Magie, Tarot).5 Da bei Gothics, Metalern und Rollenspielern außerdem eine gewisse Vorliebe für phantastische Literatur herrscht, findet man unter allen drei Gruppen auch zahlreiche Lovecraft Fans.6

Das augenfälligste Merkmal aller dieser Subkulturen ist ihr Auftreten. Es herrscht eine klare Dominanz schwarzer Kleidung vor, bei Rollenspielern zwar weniger stark ausgeprägt, aber dennoch merklich mehr als innerhalb der Normalbevölkerung. Hinzu kommen bei Metalern und Rollenspielern noch T-Shirts mit teilweise sehr makaberen Motiven. Metaler wie Gothics beiderlei Geschlechts neigen zu eher langen Haaren und zur Verwendung von Schmuck, wie Ketten, Ringe, Piercings und Tätowierungen. Der getragene Schmuck zeigt häufig religiöse und/oder okkulte Symbole, die auch von Mitgliedern der Esoterikszene gerne verwendet werden. Bei Metalern wie Gothics sind umgedrehte oder normale Kreuze häufig, bei Gothics zusätzlich Pentagramme und bei Metalern Mjölnire7 und andere Symbole der nordischen Mythologie. Gothics und Metaler frequentieren in der Regel gemeinsam bestimmte Gaststätten und Diskotheken, in denen ihre Musik gespielt wird.

Die Lovecraft Fans wiederum sind innerhalb dieser Subkulturen häufig durch Kleidungsstücke und Schmuck mit eindeutigen Bezügen zum Mythos erkennbar, näheres hierzu werde ich in Kapitel 7 erläutern.


1.3. Was ist der Cthulhu Mythos?

Der Cthulhu Mythos ist ein sehr vager Begriff, wie ich weiter unten zeigen werde. Grob umfasst er sämtliche Literatur, die im Zusammenhang mit Lovecrafts ursprünglichem Werk um die Großen Alten zusammenhängt. Inzwischen gibt es aber Bereiche des Mythos, mit denen Lovecraft selbst nie gerechnet hat: Der Mythos ist in Film und Musik und auch im Internet präsent. Zentrale Figur des Mythos ist Cthulhu selbst, dessen Abbild Lovecraft wie folgt beschreibt:

Es schien eine Art Ungeheuer zu sein oder ein Sinnbild für ein Ungeheuer, mit einer Gestalt, wie sie sich nur eine kranke Einbildungskraft einfallen lassen kann. Wenn ich sage, dass meine irgendwie ausschweifende Fantasie Bilder eines Tintenfisches, eines Drachen und des Zerrbild eines Menschen hervorbrachte, so komme ich dem Geist des Dings nahe. Ein aufgeschwemmter Kopf mit Fangarmen krönte einen grotesken und schuppigen Leib, der Ansätze von Schwingen zeigte.“8


Dies ist Lovecrafts erste Beschreibung des Großen Alten Cthulhu. Seine Hautfarbe wird meines Wissens nach in keinem Roman erwähnt, doch hat es sich inzwischen, möglicher Weise in Anlehnung an die Farbe der ebenfalls in Cthulhus Ruf erwähnten steinernen Abbilder Cthulhus, eingebürgert, ihn als grün darzustellen.


1.3.1. Warum „Cthulhu Mythos“ statt „Cthulhu Myth“?

Der Begriff „Cthulhu Mythos“ stammt ursprünglich von August Derleth (siehe 1.3.2.), einem Amerikaner, ist also eine englische Wortschöpfung. Mythos wird im modernen Englisch allerdings eher selten gebraucht. Häufiger und gängiger ist die Verwendung des bedeutungsgleichen myth9, welches wiederum dem deutschen Wort Mythos entspricht. Ich gehe davon aus, dass Derleth diesen Begriff vorsätzlich gewählt hat, um mit dieser eher altertümlichen Formulierung das Alter der im Mythos beschriebenen Wesenheiten zu unterstreichen. Eine genauere Klärung ist leider nicht möglich. Derleth selbst ist bereits verstorben und Mr. Campbell konnte mir keine weiteren Auskünfte geben.


1.3.2 Der Cthulhu Mythos, eine mögliche Definition

Cthulhu_Nyarlathotep

Abb. 1.1.: Cthulhu10                                                         Abb. 1.2.: „ Die Blutige Zunge“ ein Avatar Nyarlathoteps11


Umfasste der Begriff ursprünglich nur die von Lovecraft und seinen Korrespondenzpartnern in ihren Romanen und Kurzgeschichten erdachten Wesenheiten (die Großen Alten um Cthulhu, einige Äußere Götter wie Azathoth und Nyarlathotep, außerirdische bzw. parallel zum Menschen auf der Erde lebende intelligente Spezies wie Tiefe Wesen, Ghule, Mi-Go, Ältere Wesen und die Große Rasse von Yith12) und Bücher verbotenen Wissens, von denen das Necronomicon das inzwischen bekannteste ist und auch schon eine Art Eigenleben entwickelt hat13, so hat sich das Spektrum inzwischen sehr erweitert. Die Pantheons14 der Großen Alten und Äußeren Götter sind stark gewachsen, das Pantheon der Älteren Götter und das Pantheon der Götter der Erde15 kamen hinzu. Im Internet bildete sich außerdem eine aktive Fan-Community heraus, die literarisch sehr aktiv ist, was zu einer Vielzahl neuer mystischer Orte, außerirdischer Spezies und Bücher verbotenen Wissens geführt hat16. Eine Schwierigkeit der Begriffsbestimmung ergibt sich hinsichtlich der Philosophie Lovecrafts auf der einen und der seiner Nachfolger auf der anderen Seite, man kann hier argumentieren, dass die Auslegung Derleths, der, wie erwähnt den Begriff Cthulhu Mythos prägte, nicht im Sinne Lovecrafts ist:

[The] Cthulhu Mythos is the label coined by the writer August Derleth for the shared world based upon the themes, characters, and story elements found in the works of H. P. Lovecraft, as well as his protegés and later writers influenced by him. Combined, they form a kind of mythos a system of symbols upon which Lovecraft could craft his dreamy, richly resonant stories. However, it should be duly noted that much of the mythos published after Lovecraft's death (eg. Derleth) is at great variance with Lovecraft's original concept of a valueness, meaningless universe of chaos. Instead Derleth presents a codified mythos influenced by his own Christian values, a struggle of good versus evil. Lovecraft himself was an atheist who claimed Kant's "ethical system is a joke." (Hervorhebung durch den Verfasser)

Derleth was able to insinuate his own concepts, which were frequently at great variance with those of Lovecraft, into common conceptions of Lovecraft's work in two ways. First, he was the publisher of Lovecraft's texts in book form, and provided them with introductions, giving his ideas greater influence on the reader's experience then they would otherwise have (he also spread these interpretations far and wide in magazine articles). Derleth tells us, for example, that "As Lovecraft conceived the deities or forces of his Mythos, there were, initially, the Elder Gods . . . these Elder Gods were benign deities, representing the forces of good, and existed peacefully at or near Betelgeuze in the constellation Orion, very rarely stirring forth to intervene in the unceasing struggle between the powers of evil and the races of Earth. These powers of evil were variously known as the Great Old Ones or the Ancient Ones" (Introduction to Tales of the Cthulhu Mythos, viii). This is all very unlike Lovecraft, in whose work the Elder Gods never appear (but perhaps this is merely a limit case showing how "rarely" they stir forth -- never), and there is no unified pantheon of Great Old Ones. Indeed, the term "Ancient Ones" only appears in one story, "Through the Gates of the Silver Key", and this says of the protagonist: "He wondered at the vast conceit of those who had babbled of the malignant Ancient Ones, as if They could pause from their everlasting dreams to wreak a wrath upon mankind. As well, he thought, might a mammoth pause to visit frantic vengeance on an angleworm". Derleth's work, on the other hand, is filled with recaps of his basic cosmic good guys vs bad guys scenario. Derleth further tells us that "To supplement this remarkable creation [the Necronomicon], Lovecraft added . . . the R'lyeh Text". In fact, Lovecraft never referred to the R'lyeh Text, as it was invented by August Derleth after Lovecraft's death. Indeed, it was Derleth who falsely quoted Lovecraft as stating, "All my stories, unconnected as they may be, are based on the fundamental lore or legend that this world was inhabited at one time by another race who, in practicing black magic, lost their foothold and were expelled, yet live on outside ever ready to take possession of this earth again."

Central to the mythos are the Great Old Ones, a fearsome assortment of deities led by the dreaded Cthulhu  (though there are other beings in the mythos that are even more monstrous), who lies in a state of hibernation in the lost and sunken city of R'lyeh. "When the stars are right," Cthulhu will awaken and wreak havoc upon the earth.”17

Diese Definition ist einem Online-Lexikon entnommen, und obwohl sie keineswegs offiziellen Status hat, fast sie sehr gut zusammen, was unter dem Cthulhu Mythos verstanden wird. Auch greift sie das Problem auf, welches sich aus den unterschiedlichen Weltanschauungen Lovecrafts auf der einen und der seines Korrespondenzpartners, literarischem Nachfolgers, „Zöglings“ und letzten Endes Bewahrers der lovecraftschen Literatur, August Derleth auf der anderen Seite ergibt. Ich halte es außerdem für notwendig, diese Definition zu ergänzen. Der Cthulhu Mythos umfasst inzwischen weit mehr als nur fantastische Literatur. Ein Fantasierollenspiel namens Call of Cthulhu baut auf den Werken Lovecrafts und seiner Nachfolger auf18, zahlreiche Romane und Kurzgeschichten wurden verfilmt und es gibt inzwischen ein eigenes Lovecraft - Filmfestival19 bei welchem auch ganz neue Aspekte des Mythos filmisch umgesetzt werden, weiter haben Aspekte des Mythos verschiedene Heavy Metal Bands zu Stücken inspiriert, womit man den Mythos nun auch in der Musik findet. Weiter hat die Community im Internet auch außerhalb der Literatur eine bemerkenswerte Eigendynamik entwickelt. Hier sind inzwischen Seiten entstanden, die ‚direkt’ in Lovecrafts Universum angesiedelt sind. So gibt es unter http://www.miskatonic.net eine Internet-Präsenz der Miskatonic University20, bei der man sich auch online registrieren kann.


1.4. Zur Person von Howard Phillips Lovecraft21


HP Lovecraft

Abb. 1.3.: H.P. Lovecraft 22


Howard Phillips Lovecraft wurde am 20. August 1890 in Providence, Rhode Island, USA geboren, wo er auch am 15. März 1937 starb.

Lovecraft war ein außergewöhnliches Kind. Im Alter von zwei Jahren soll er bereits in der Lage gewesen sein, Gedichte auswendig vorzutragen, mit drei begann er zu lesen. Sein erstes literarisches Interesse galt den Geschichten aus 1001 Nacht, mit diesem Interesse entstand auch die Figur des Abdul Al Hazred23. Seinen Vater verlor er bereits im Alter von fünf Jahren. Winfield Scott Lovecraft starb in einem Sanatorium, wahrscheinlich an Syphilis. Zum Zeitpunkt seines Todes war er bereits seit längerer Zeit wahnsinnig. Obwohl Lovecrafts Familie zum Zeitpunkt seiner Geburt durch das Vermögen seines Großvaters mütterlicherseits noch recht wohlhabend war, hielt dieser Wohlstand nicht lange an. Im Jahr 1904 waren die Lovecrafts gezwungen, ihr Anwesen zu verlassen und in ein enges Quartier in der 598 Angell Street in Providence zu ziehen. Dies war für den damals 14jährigen Lovecraft ein traumatisierendes Erlebnis und hatte wahrscheinlich Einfluss auf sein nur wenige Jahr später beginnendes literarisches Schaffen.

Aufgrund seiner schwachen Konstitution war Lovecraft Zeit seines Lebens oft krank, was auch einen regelmäßigen Schulbesuch anfangs unmöglich machte, während der Jahre des Wohlstandes seiner Familie war dies aber kein Problem, da Lovecraft Privatunterricht erhielt. Später war er in der Lage, versäumten Unterricht durch privates Studium von Büchern auszugleichen. Auf diese Weise entwickelte er auch ein Interesse an der Naturwissenschaft, zuerst für Chemie, später für Astronomie. Es waren auch Beiträge zur Astronomie, die als erste von Lovecrafts Werken veröffentlicht wurden, denn ab 1906 schrieb er für die Astronomie-Kolumne des The Pawtuxet Valley Gleaner.24

Lovecrafts erstes mit dem Mythos verbundenes Werk war Dagon, diese Kurzgeschichte erschien 1919 im Amateurliteraturmagazin Vagrant.25 Lovecraft schaffte es aber nie, ausschließlich von der Veröffentlichung seiner Werke zu leben, da er viele für zu schlecht hielt, um eine Veröffentlichung zu rechtfertigen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich statt dessen als Korrektor und Ghostwriter.26

Lovecrafts Mutter starb 1921, ebenfalls in einem Sanatorium. 1922 schrieb Lovecraft The Hound, eine Geschichte mit schon deutlichen Bezügen zum Mythos.27 Zwei Jahre später heiratete er Sonia Greene, die er bei einem Treffen von Amateurschriftstellern kennen gelernt hatte und zog mit ihr nach New York. Er hasste diese Stadt, ihre Größe, den Lärm, die Enge zwischen den drängenden Menschenmassen und den Gestank. Die Ehe hielt nur zwei Jahre und Lovecraft kehrte 1926 nach Providence zurück, wo er auch bis zu seinem Tode blieb und bei seinen Tanten wohnte.

In den letzten Jahren seines Lebens blühte Lovecraft zusehends auf. In dieser Zeit entstand der Großteil seiner Geschichten um den Cthulhu Mythos und er hatte schriftlichen Kontakt zu und förderte die Karriere einiger junger Literaten, viele davon Teenager. Einer dieser jungen Autoren war August Derleth.

Howard Phillips Lovecraft starb am 15. März 1937, wahrscheinlich an einer Kombination aus Krebs und Nierenversagen. Er wurde drei Tage später in der Familiengruft der Lovecrafts auf dem Swan Point Cemetery in Providence beigesetzt. Seine überlebende Tante Annie Gamwell erbte die bescheidenen Reste seines Vermögens und seinen literarischen Nachlass.

 


2. Literatur und Literaten in Lovecrafts Umfeld und in seiner Nachfolge

Die literarischen Werke Lovecrafts, seiner Freunde, Korrespondenzpartner und Nachfolger bildet den bei weitem größten Teil des Cthulhu Mythos.

Die von Chris Jarocha-Ernst zusammengestellte Konkordanz zur Mythos Literatur28 nennt über 100 Autoren und über 2600 Einzelwerke von Gedichten über Kurzgeschichten bis hin zu mehrbändigen Romanzyklen, die alle zum Mythos gerechnet werden. Die im Internet ebenfalls vorhandenen Literatur aus der Feder der Mitglieder der Fangemeinde ist allerdings darin nicht inbegriffen, da sie einfach zu unüberschaubar ist. Eben so wenig finden sich in dieser Konkordanz Werke, die nicht von englischsprachigen Autoren stammen. So nennt etwa der deutsche Autor Wolfgang Hohlbein in seinem Buch Der Hexer von Salem29 zahlreiche Götter des Mythos und gibt ihnen auch teilweise neue Beinamen, womit dieses Werk eindeutig zur Mythos Literatur gehört, wird aber, da Hohlbein nicht auf Englisch veröffentlicht, nicht in der Konkordanz geführt. Aufgrund der immensen Materialfülle der gesamten Mythos Literatur und der sich daraus ebenfalls ergebenden großen Anzahl von Autoren, werde ich mich auf eine Auswahl von sechs Autoren beschränken, die sich aus unterschiedlichen Gründen von den anderen abheben und ihr Werk kurz betrachten. Nun aber zunächst einige einführende Worte zur Mythos Literatur selbst:


2.1. Grundsätzliches zur Mythos Literatur

Die Mythos Literatur umfasst ein sehr weites Feld und ist, da ständig neue Werke hinzukommen, nicht vollständig eingrenzbar, die tangierten literarischen Bereiche sind ebenso vielfältig. Man findet, wie bereits erwähnt, Gedichte, Kurzgeschichten, Romane und ganze Romanzyklen die alle in irgendeiner Form mit dem Mythos verbunden sind. Besonders innerhalb der Kurzgeschichten und Romane gibt es wiederum eine erhebliche Themenvielfalt. Die meisten sind in der Gegenwart des jeweiligen Autors (von 1917 bis heute) angesiedelt, doch findet man auch Kurzgeschichten, die in vergangenen Epochen spielen, z.B. R.L. Tierney The seed of the Star-God30, diese spielt zur Zeit des Römischen Reiches, und Science Fiction mit Bezug zum Cthulhu Mythos. Einzige Verbindung der einzelnen Werke der Mythos Literatur untereinander ist somit die bewusste Verwendung von Motiven und Elementen dessen, was Lovecraft und seine zeitgenössischen Korrespondenzpartner, wie August Derleth, und Co-Autoren, wie Zelia Bishop und Harry Houdini, erfunden haben, um diese in eigener Belletristik zu verwenden. Ich muss hier diese Einschränkungen der Belletristik und der bewussten Verwendung machen, um eine scharfe Trennung zur Literatur in Kapitel 8 zu erhalten.

Um Kapitel 8 kurz vorzugreifen: Inzwischen sind einige „okkulte“ Werke in der Esoterik Szene im Umlauf, die ebenfalls mehr oder weniger bewusst, wie ich zeigen werde, Elemente des Mythos enthalten. Diese Art der Verwendung war allerdings von Lovecraft, der selbst Atheist, wenn nicht sogar Nihilist war, nie intendiert und widerspricht somit der literarischen Idee des Mythos, der reine Fiktion ohne Wurzeln in irgend einem okkulten Geheimwissen ist. Aus diesem Grund zählen „okkulte“ Werke mit Bezug zum Cthulhu Mythos nicht zur Mythos Literatur.


2.2. Freunde und Literaten aus Lovecrafts Umfeld

Howard Phillips Lovecraft hatte zu seinen Lebzeiten regen Briefwechsel mit zahlreichen Bewunderern der von ihm im Magazin Weird Tales veröffentlichten Geschichten. Außerdem kooperierte er mit mehreren aufstrebenden, unerfahrenen Autoren, die ihn um Hilfe bei der Erstellung eigener Geschichten ersuchten.

Ich werde hier drei Autoren vorstellen, die allesamt Briefpartner und/oder persönliche Bekannte Lovecrafts waren: Zu aller Erst August Derleth, dem es überhaupt zu verdanken ist, dass Lovecraft nach seinem Tod nicht in Vergessenheit geriet. Der zweite Autor ist Harry Houdini, der weltbekannte Entfesslungskünstler. Abschließend stelle ich noch Robert E. Howard vor, einen weiteren Briefpartner Lovecrafts, der ebenfalls in Weird Tales veröffentlichte und später wegen einer von ihm erfundenen Figur berühmt wurde.


2.2.1. August Derleth

August Derleth, der 1909 geboren wurde, war noch ein Teenager, als er zum ersten Mal mit Lovecraft in Kontakt trat. Zwischen ihm und Lovecraft entwickelte sich allerdings rasch eine tiefe Freundschaft, die für den Fortbestand des Mythos nach Lovecrafts Tod sehr wichtig sein sollte. Derleth gründete bereits 1939 zusammen mit Donald Wanderei den Verlag „Arkham House“, benannt nach Lovecrafts fiktiverer Stadt in Neu England. Ihre erste Veröffentlichung war der Band The Outsider and Others31. 1941 starb Lovecrafts überlebende Tante Annie und überließ Derleth und Wanderei die Rechte an Lovecrafts Literatur.32 Wanderei ging ein Jahr später zum Militär und Derleth führte den Verlag alleine weiter. Er veröffentlichte weitere Geschichten des Mythos, die er selbst verfasste, aber auf fragmentarischen Notizen Lovecrafts, die er ebenfalls von dessen Tante erhalten hatte, aufbaute. 1959 erschien The Survivor and Others, 1959 The Shuttered Room. Zehn Jahre später kam mit Tales of the Cthulhu Mythos die erste Sammlung heraus, die auch Geschichten neuer Autoren enthielt, darunter Ramsey Campbell.33 Während der nächsten Jahren wuchs die Fangemeinde Lovecrafts ständig, eine Originalausgabe des The Outsider and Others wurde 1974 bereits mit bis zu 300 Dollar gehandelt.34

Derleth war es gelungen, den Mythos am Leben zu erhalten und neue Autoren zu gewinnen. Damit entwickelte der Mythos eine Eigendynamik, die er bis heute nicht verloren hat.


2.2.2. Harry Houdini

Ich habe Harry Houdini für diese Betrachtung ausgewählt, um zu demonstrieren, dass Lovecraft zwar damals noch keiner breiten Masse von Lesern bekannt war, allerdings schon einige bemerkenswerte Persönlichkeiten zu seinen Fans zählten. Unter ihnen war eben auch der Entfesslungskünstler Harry Houdini, der sich mit Lovecrafts Unterstützung als Autor fantastischer Literatur betätigte. Aus dieser Kooperation entstand allerdings nur eine Geschichte, die erhalten geblieben ist: Imprisoned with the Pharaos, die 1924 in Weird Tales erschien35. Die Hauptrolle in dieser Geschichte spielt Houdini selbst, der von Wüstenräubern überfallen und in ein Gängelabyrinth unter einer Pyramide geworfen wird, um dort Zeuge schrecklicher Vorgänge zu werden.


2.2.3. Robert E. Howard

Robert E. Howard war ebenfalls einer der vielen Korrespondenzpartner und Freunde Lovecrafts36. Wie Lovecraft veröffentlichte er seine Werke zunächst in Weird Tales37, er ging aber selbst wegen einer anderen Gestalt in die Literaturgeschichte ein: Conan der Barbar.

Bei genauerer Betrachtung und Vergleich der Werke Lovecrafts und Howards (d.h. Howards Literatur um Conan) werden einige erstaunliche Parallelen augenfällig, hier eine Auswahl:

Serpent-People, Valusia, Mu, Atlantis und Cthulhu selbst sind alles von Lovecraft verwendete Elemente des Mythos, die sich auch in Howards Romanen um Conan und in denen um König Kull, der ein Zeitgenosse Conans ist, wiederfinden. Somit spielen alle Conan Romane in einer vorgeschichtlichen Periode der Welt, in der Lovecraft seinen Mythos ansiedelt. Damit sind die Conan und König Kull Romane ebenfalls Teil des Mythos.38 Howard starb 1936, ein Jahr vor Lovecraft. Er beging Selbstmord nachdem er vom unausweichlichen Tod seiner an Tuberkulose im Endstadium leidenden und bereits ins Koma gefallenen Mutter erfahren hatte, sie starb einen Tag nach ihrem Sohn.39


2.3. Neue Autoren seit den 1960ern

Seit den 1960ern hat die Zahl der aktiv am Cthulhu Mythos literarisch mit arbeitenden Autoren stark zugenommen. Es ist nicht Ziel dieser Arbeit, die Gründe hierfür darzulegen. Sicher ist aber unter anderem die bereits erwähnte Arbeit von Derleth und Wanderei und ihr gemeinsamer Verlag ausschlaggebend. Unter diesen neuen Autoren befinden sich einige, die inzwischen recht große Popularität erreicht haben, allen voran Stephen King, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Autoren der Gegenwart.


2.3.1. Stephen King

Es mag vielleicht auf den ersten Blick überraschen, dass der erfolgreichste kontemporäre Autor der Horrorliteratur zur Mythos Literatur beigetragen hat, tatsächlich ist er ein Bewunderer Lovecrafts. King sagte selbst einmal über Lovecraft:

„I think it is beyond doubt that H.P. Lovecraft has yet to be surpassed as the Twentieth Century's greatest practitioner of the classic horror tale.” 40


Somit ist es vor diesem Hintergrund weniger verwunderlich, dass sich mehr oder weniger deutliche Bezüge zu Lovecraft in fast allen Werken Kings finden. Ich möchte dies anhand dreier Werke demonstrieren41, die inzwischen auch verfilmt wurden (Anmerkung: In den Verfilmungen werden die Bezüge auf den Cthulhu Mythos, mit Ausnahme von The Stand, nicht erwähnt):

  • The Stand

  • It

  • Pet Sematary


The Stand (in Deutsch erschienen als „Das Letzte Gefecht”) nennt die Äußeren Götter Azathoth und Nyarlathotep. In der deutschen Synkronisation der Verfilmung ist außerdem vom Dunklen Mann die Rede, der ein Avatar Nyarlathoteps ist42.

In It (in Deutsch erschienen als „Es“) wird Richard Upton Pickman erwähnt, ein von Lovecraft erdachter Künstler, der sich in einen Ghul43 verwandelt.44 Außerdem kann man durchaus dafür argumentieren, dass It von seiner Macht, Langlebigkeit und seinem Verhalten nach nicht selbst ein niederer Großer Alter ist.

Pet Sematary („Friedhof der Kuscheltiere“) schließlich nennt den Großen Alten Ithaqua. Dieser Große Alte wird oft in Verbindung mit den nordamerikanischen Ureinwohnern erwähnt und es ist auch ein amerikanischer Ureinwohner, der die Stelle kennt, an der man Tote vergraben muss, damit sie zurückkommen.45

Ähnliche Bezüge, insbesondere durch die Verwendung von Lovecraft erfundener Orte wie Arkham finden sich noch in weiteren Romanen und Kurzgeschichten Kings, es würde allerdings zu weit führen und dieser Arbeit auch wenig zutragen, diese alle aufzulisten. Ich wende mich nun einem weiteren Autor zu, über den der Oxford Companion to English Literature folgendes zu sagen hat:

„Britain’s most respected living horror writer.”46


2.3.2. Ramsey Campbell

Allein aufgrund des oben zitierten Eintrages im Oxford Companion to English Literature wäre eine Betrachtung der Literaten in Lovecrafts Nachfolge nicht vollständig, ohne Ramsey Campbell zu erwähnen. Es kommt allerdings noch hinzu, dass er meines Wissens nach einer der produktivsten gegenwärtig in der Mythos Literatur tätigen Autoren ist und mit Sicherheit der produktivste europäische Autor. Im Gegensatz zu King (s.o.) verwendet er nicht nur Elemente des Mythos, er hat mit seiner Version des Severn River Valley47 einen neuen Handlungsort für die Schrecken des Mythos geschaffen und diesen auch bewusst an die literarischen Vorlagen Lovecrafts angebunden.48 In seinem Severn Rivern Valley liegen Orte wie Goatswood, dieser ist inzwischen seinerseits ein Motiv , welches von anderen Autoren aufgegriffen wird49. Auch fügte er dem Pantheon der Großen Alten zwei neue Mitglieder hinzu, Byatis und Eihort. Letzterer ziert die Titelseite des zum Cthulhu Rollenspiel (siehe Kapitel 3) gehörenden Kampagnenbandes The Great Old Ones50, das Covermotiv ist inzwischen auch als Poster gleichen Namens erhältlich:


Eihort

    Abb. 2.1.: Eihort, Postermotiv The Great Old Ones51


Betrachtet man sein Gesamtwerk und den Einfluss, den er jetzt schon auf die Literaturszene um den Cthulhu Mythos ausübt, so kann man sagen, dass Ramsey Campbell wahrscheinlich der gegenwärtig einflussreichste Autor der Szene ist.

2.3.3. L. Sprague DeCamp

Das sicherlich Bemerkenswerteste am Werk L. Sprague DeCamp ist, dass er in der Tradition zweier großer Autoren der Fantastik weiterarbeitete und zur weiteren Synthese der von diesen beiden geschaffenen Welten beitrug. L. Sprague DeCamp schrieb sowohl als Nachfolger von Howard Phillips Lovecraft, dessen Biograph er auch ist, als auch von Robert E. Howard. DeCamp verfasste Werke zum Cthulhu Mythos wie Xeroxing the Necronomicon52. Sein Hauptwerk spielt allerdings in Robert E. Howards Welt von Conan, hier ist es ihm allerdings gelungen, Conans Welt weiter als zeitlichen Vorläufer der von Lovecraft entwickelten Erde des Cthulhu Mythos zu etablieren, indem er weitere Elemente des Mythos in seine Geschichten um Conan einfließen ließ.53

 



3. Der Cthulhu Mythos in Fantasierollenspielen

In den 70er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts kam mit Dungeons & Dragons zum ersten Mal ein Spielsystem heraus, welches als Fantasierollenspiel bezeichnet wurde. Dungeons & Dragons gibt es inzwischen in der dritten Auflage und es ist immer noch erhältlich. Die Fantasiewelt in der es angesiedelt ist, ähnelt der in „Der Herr der Ringe“. In den 80er und 90er Jahren kamen außerdem Spiele hinzu, die vor einem Science-Fiction- oder Horrorhintergrund spielen. Zu letzterer Kategorie zählt auch das Cthulhu-Rollenspiel Call of Cthulhu54.


3.1. Was ist ein Fantasierollenspiel?

Fantasierollenspiele sind eine Art Gesellschaftsspiel, bei welchem die Teilnehmer mit einer Ausnahme in die Rolle von Charakteren schlüpfen, ähnlich der Protagonisten eines Romans oder Figuren eines Theaterstücks, wobei der weitere Verlauf der Handlung allerdings nicht festgeschrieben ist, sondern unter Beteiligung aller Spielteilnehmer entwickelt wird. Diese Rollen, welche die Spieler übernehmen, sind mehr oder weniger detailliert auf Charakterblättern festgelegt. Auf diesen Charakterblättern befinden sich Angaben zu Aussehen, Intelligenz, physischen Attributen und Charaktereigenschaften der gespielten Rolle, sowie ihre weiteren Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten können von gewöhnlichen Dingen wie Tanzen, Kochen und Autofahren bis hin zu Magie und Weltraumnavigation reichen und sind von Spielsystem zu Spielsystem unterschiedlich. Einer der Mitspieler (der Spielleiter), der keine solche Rolle übernommen hat, beginnt, eine Geschichte zu erzählen und die Spieler reagieren auf die Ereignisse in der Geschichte, interagieren mit den Personen , die sie im Verlauf der Geschichte treffen und auch miteinander. Auf diese Weise entsteht eine dynamische Geschichte, die von allen Beteiligten mitgestaltet wird.55 Mehrere zusammenhängende Geschichten (auch als Abenteuer oder Szenario bezeichnet) bilden eine zusammenhängende Kampagne, an deren Ende ein größeres Ereignis steht, welches die Spieler entweder selbst verursacht oder maßgeblich beeinflusst haben. Welches tatsächliche Ziel eine Kampagne verfolgt wird von den Wünschen der Spieler und natürlich auch vom Hintergrund des Spielsystems bestimmt. Bei Rollenspielen mit einem Hintergrund ähnlich dem in „Herr der Ringe“ geht es häufig um Ruhm, Reichtum und das Bezwingen eines wie auch immer gearteten Bösen. Science-Fiction Rollenspiele drehen sich oft um die Erforschung des Weltraums, Kontakt mit anderen Spezies oder auch interplanetare Konflikte, wie im Star Wars Rollenspiel.

Letztendlich geht es aber primär um das Spielen selbst. Es gibt keine Gewinner oder Verlierer wie bei Risiko oder Mensch-ärgere-Dich-nicht.

Grundsätzlich kann man bei Fantasierollenspielen mehrere Arten unterscheiden. Zuerst gibt es die sogenannten „Pen and Paper“ Rollenspiele, die man zuhause an einem Tisch mit Freunden spielt, wie andere Gesellschaftsspiele auch. Sie heißen deswegen „Pen and Paper“ Rollenspiele, weil man bezeichnender Weise ein Blatt Papier (den Charakterbogen) und einen Stift für Spielnotizen verwendet. Diese Art des Rollenspiels ist am verbreitetsten. Als nächste Gruppe kommen die Live Action Rollenspiele (LARPs), bei denen man sich tatsächlich kostümiert und wie in einem interaktiven Theater eine Rolle übernimmt und abschließend „Play-by-mail“ bzw. „Play-by-email“ - Spiele, die ähnlich ablaufen wie „Pen and Paper“ Rollenspiele, nur dass sich die Teilnehmer schriftlich verständigen und nicht im gleichen Raum oder sogar Land sein müssen. Die obige Definition für Rollenspiele bezieht sich allerdings vornehmlich auf die „Pen and Paper“ Rollenspiele, da Call of Cthulhu zu dieser Kategorie zählt.


3.2. Das Horrorrollenspiel „Call of Cthulhu“

Call of Cthulhu (CoC) ist eines der ältesten und erfolgreichsten Rollenspiele, die immer noch auf dem Markt erhältlich sind. Es wurde zum ersten Mal 198156 von Chaosium57 veröffentlicht. Es baut direkt auf der Mythosliteratur Lovecrafts, Derleths, Cambells und ihrer Mitliteraten auf.

In diesem Spiel übernehmen die Spieler Rollen, die ähnlich denen der Protagonisten in den Romanen Lovecrafts und seiner Nachfolger sind. Im Vordergrund steht hierbei außerdem, eine Atmosphäre zu schaffen, die der Welten des Cthulhu-Mythos angemessen ist. Es geht in diesem Spiel nicht darum, heroische Ziele zu verfolgen, Ruhm oder Reichtum zu erwerben, wie es etwa bei Dungeons & Dragons der Fall ist. CoC ist insofern kein „klassisches“ Rollenspiel. Ziel ist es, die Umtriebe der Großen Alten, ihrer Kulte und auch unabhängiger Wesenheiten zu Vereiteln und ihren Einfluss zurückzudrängen. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass es bei CoC keine scharfe Trennlinie zwischen gut und böse gibt, wie es bei Dungeons & Dragons oder dem Herr der Ringe Rollenspiel der Fall ist. In der Tat müssen die Spieler darauf achten, ebenso wie die Figuren in der Mythos Literatur, möglichst wenig Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Zum einen, um nicht den Schergen der Großen Alten und der anderen Pantheons zum Opfer zu fallen und zum anderen, weil die Menschheit, welche die Spieler eigentlich schützen, von der Bedrohung durch die Götter des Mythos nichts weiß und deshalb die Aktivitäten der Spieler als zwielichtig oder gar kriminell ansehen könnte.

Zahlreiche Erweiterungen existieren inzwischen, die sich an die Literatur des Mythos anlehnen oder, wie etwa das Erweiterungsregelwerk zu den Traumlanden, direkt Teile des Mythos in Spielregeln übersetzen. Da sich die Literatur um den Mythos ständig erweitert, kommen auch regelmäßig neue Erweiterungen des Spielsystems hinzu. Außerdem ist Call of Cthulhu eines der wenigen Rollenspiele, bei welchem mittlerweile zwei verschiedene Firmen beteiligt sind. Außer Chaosium arbeitet inzwischen Pagan Publishing an Call of Cthulhu mit.


3.3. Einflüsse der Werke Lovecrafts auf andere Rollenspiele

Außer dem Cthulhu Rollenspiel selbst hat der Mythos Einflüsse auf andere Rollenspielsysteme. Das Feld der Rollenspiele ist in den letzten 30 Jahren so stark gewachsen, dass es den Rahmen dieser Arbeit inhaltlich und zeitlich sprengen würde, jedes erdenkliche System nach Verweisen, Seitenhieben oder Insiderwitzen über den Cthulhu Mythos zu durchsuchen. Statt dessen beschränke ich mich auf zwei Rollenspielsysteme. Das eine weist deutliche Bezüge und Seitenhiebe auf den Mythos aus während sich das andere direkt an den Mythos anlehnt. Das eine Rollenspiel ist das bereits erwähnte Dungeons & Dragons, das andere das aus der GURPS58 Reihe stammende Cthulhupunk.

Ein weiteres Rollenspiel mit sehr deutlichen Bezügen zum Mythos ist Pokethulhu. Dieses Rollenspiel ist eine köstliche Parodie auf die Zeichentrickserie Pokemon59,den Cthulhu Mythos und Rollenspiele im allgemeinen. Ich werde es in Kapitel 9 dieser Arbeit behandeln, weshalb es in diesem Kapitel außen vor bleibt.


3.3.1. Cthulhupunk

Cthulhupunk ist, wie bereits erwähnt, ein Regelwerk der GURPS Reihe. Es lehnt sich an zwei Genre an: Horror, speziell Cthulhu, und Cyberpunk60. Im Bezug auf die Elemente des Cyberpunks, die es verwendet, stellt es eine eigenständige Erweiterung des Mythos-Universums dar, da es meines Wissens nach keine Romane oder Kurzgeschichten gibt, die sich mit dem Mythos vor einem entsprechenden Science – Fiction Hintergrund beschäftigen. Das Regelwerk zu Cthulhupunk stellt also eine völlig eigenständige Erweiterung des Mythos dar. Es eröffnet Spielern die Möglichkeit, die Schrecken des Mythos mit den Mitteln der Zukunft entgegenzutreten, auf der anderen Seite stehen natürlich auch ihren Gegnern jetzt ganz neue Möglichkeiten zur Verfügung.


3.3.2. Dungeons & Dragons

Das hier schon mehrfach genannte Rollenspielsystem Dungeons & Dragons weist ebenfalls zahlreiche Bezüge auf den Cthulhu Mythos auf. Bereits zur Erstauflage des erweiterten Regelwerkes Advanced Dungeons & Dragons61 erschien ein Abenteuerband (eine Kampagne) namens Castle Grayhawk62, in diesem findet sich eine direkte Anspielung auf den Großen Cthulhu selbst, wenn auch in persiflierter Form.

Außerdem gibt es bei Dungeons & Dragons eine Art Monster, die im englischen Original Illithid oder Mindflayer und in der deutschen Übersetzung des Spiels Illithide oder Gedankenschinder genannt wird. Die Ähnlichkeit zwischen ihnen und Cthulhu selbst ist enorm, dies betrifft sowohl allgemeines Aussehen (Gedankenschinder unterscheiden sich äußerlich von Cthulhu nur durch die Größe, sie sind menschengroß, Cthulhu titanisch, und das Fehlen der bei Cthulhu vorhandenen Flügel), als auch ihr Verhältnis zu den Menschen und die Herkunft der Gedankenschinder. Wie Cthulhu sehen sie die Menschen nur als Nahrungsquelle und Sklaven und ebenso wie Cthulhu älter ist als die Erde und ein Wesen gänzlich unbekannter Herkunft, blicken die Gedankenschinder auf eine Zivilisation zurück, die ihren Höhepunkt vor Anbeginn der Menschheit hatte und deren genaue Herkunft auf Abgründe zwischen den Dimensionen und gänzlich fremdartige Existenzebenen hindeutet63. All diese Ähnlichkeiten lassen darauf schließen, dass die Gedankenschinder direkt an Cthulhu angelehnt sind.

Abschließend bietet die neueste Auflag von Dungeons & Dragons, die sogenannte 3. Edition, die Möglichkeit, Cthulhu direkt zu integrieren. Diese 3. Edition ist ähnlich aufgebaut wie das oben erwähnte GURPS System. Es gibt ein Grundregelwerk (das Spielerhandbuch), zu diesem kann man dann beliebig Erweiterungsregeln hinzufügen. Eines dieser Erweiterungsregelwerke ist nun auch ein Cthulhu - Rollenspiel.



4. Einflüsse im Internet

Mit der allgemeinen Zugänglichkeit des Internets entdeckte auch die Fangemeinde Lovecrafts dieses Medium für sich. Es hat sich inzwischen als sehr fruchtbarer Nährboden für die Kreativität der Gemeinde erwiesen.

4.1. Allgemeines zum Internet

Bevor ich mich mit der Präsenz des Mythos und seiner Fans im Internet beschäftige, werde ich noch einige Informationen und Begriffserklärungen zum besseren Verständnis bereitstellen.


4.1.1. Geschichte des Internets64

Die Geschichte des Internets ist sehr komplex und eine genauere Beschäftigung mit diesem Thema ist dieser Arbeit kaum zuträglich, weshalb ich nur einen sehr gekürzten Überblick geben werde.

Die Idee eines weltweiten Computernetzwerkes kam bereits in den frühen 1960ern auf, die ersten Netzwerke entstanden in der zweiten Hälfte dieser Dekade. 1973 erhielt das inzwischen in den USA entstandene ARPANET65 die erste internationale Verbindung, sie ging über Norwegen nach Großbritannien zum University College of London. Nur zwei Jahre später wurde das ARPANET zum ersten mal nicht wissenschaftlich genutzt, indem eine private Mailingliste66 erstellt wurde. Die 1980er sahen eine eher langsame Entwicklung, größten Teils bestand sie aus technischen Verbesserungen und einer Zunahme der mit dem ARPANET (welches 1990 offiziell eingestellt wurde) und seinem Nachfolger NSFNET verbundenen Länder, zu denen seit 1989 auch Deutschland gehört (die Universität Stuttgart wurde als Vorreiter bereits 1983 angeschlossen). Mit den 1990ern begann die eigentliche Revolution und kommerzielle Nutzung des Internets. 1991 kam das heutige World Wide Web (WWW) online, welches mittlerweile als Synonym für Internet benutz wird, dies ist allerdings technisch nicht korrekt, da über das WWW keine Emails verschickt werden, diese aber Teil des Internets sind. Seitdem wächst das Internet in immer stärkerem Maße. Inzwischen ist es möglich, Radio und TV über das Internet zu empfangen und die meisten Regierungen, nationalen und internationalen Organisationen sind mit mindestens einer Internetpräsenz vertreten. Gleichzeitig entwickelt sich das Internet immer mehr zu einer sozialen Institution als virtueller Treffpunkt in der Gestalt von Chatrooms und Internet Communities (s.u.) und immer mehr Menschen verbringen ihre Freizeit online. Wohin die weitere Entwicklung führen wird, bleibt abzusehen. Die meisten von uns werden ohnehin dabei sein, um sie mitzuerleben.


4.1.2. Wichtige Begriffe
 
Hier nun eine kurze Erklärung der wichtigsten internetbezogenen Begriffe, die im Zusammenhang mit dieser Arbeit auftauchen:
Homepage: Jede Startseite einer Internetpräsenz bezeichnet man als Homepage. Von ihr aus erreicht man alle weiteren Bereiche der jeweiligen Internetpräsenz. So ist die Homepage der Tagesschau http://www.tagesschau.de. Von dieser Seite aus führen Links zu weiteren Bereichen mit Nachrichten zu Themen wie Inland, Ausland, Wetter und Wirtschaft.


Internet Community: Eine Internet Community ist jede Art von Gruppe, die sich regelmäßig an von der Gruppe bestimmten virtuellen Orten im Internet trifft. Eine Community beinhaltet meist Forenboards und Chatroom. Außerdem bieten verschiedene große Internetfirmen wie Yahoo und MSN die Einrichtung sogenannter Groups an, die ähnliche Funktionen haben wie jene Forenboards und Chatrooms. Einer der größten im Internet vertretenen Anbieter von Groups ist Yahoo (siehe hierzu: http://groups.yahoo.com ).


Chatroom: Chatrooms sind Treffpunkte im Internet die es den Usern (den Nutzern des Chats) ermöglichen, sich schriftlich in Echtzeit miteinander zu verständigen.


Forenboard: Ein Forenboard ist eine Art Diskussions- und Gesprächsrunde im Internet. Es unterscheidet sich von einem Chatroom dadurch, dass die Diskussionen nicht in Echtzeit ablaufen sondern die Teilnehmer nach und nach Beiträge an das Board schicken, die dann dort veröffentlicht werden.


4.2. Die Lovecraft Community

Die Lovecraft Community umfasst die unterschiedlichsten Bereiche des kulturellen Lebens im Internet. Man findet dort zu jedem Aspekt, der in dieser Arbeit abgedeckt wird, Beiträge und Homepages – von Literatur über Film, Musik und Rollenspiel bis hin zu Okkultismus und Satire und Humor. Ich kann wegen der großen Menge des im Internet vorhandenen Materials nur ein oberflächliches Bild der Präsenz der Community im Internet zeichnen, teilweise werden Aspekte der Internetpräsenz auch in anderen Kapiteln dieser Arbeit erwähnt.


4.2.1. Forenboards und Groups

Wegen der bereits erwähnten großen Anzahl der mythosbezogenen Boards im Internet beschränke ich meine Betrachtung auf zwei, deren Name allein schon den Bezug zum Mythos herstellt:


Beides sind ihrem Aufbau nach typische Forenboards, wie man sie häufig im Internet findet. Es gibt einen Chatbereich, eine Sektion für Downloads, Diskussionsforen, weiterführende Links zu Seiten, die für die Nutzer wahrscheinlich interessant sind, eigentlich alles, was ein normales Board auch hat. Einziger Unterschied zu anderen Boards ist, dass sich die Themen, die hier diskutiert werden sich primär um den Cthulhu Mythos drehen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei den Groups die unter http://groups.yahoo.com zu finden sind:

Eine von mir im Rahmen dieser Arbeit am 25.10.2004 durchgeführte Suche zu drei Begriffen des Cthulhu Mythos brachte Folgende Ergebnisse:

184 Groups zu „Cthulhu”, „Nyarlathotep“ sechs Groups und zum Necronomicon 34. Ich gehe davon aus, dass sich diese Zahlen inzwischen erhöht haben.


Im Zusammenhang mit Forenboards und Groups seien hier noch Nicknames erwähnt. Ein Nickname ist ein Pseudonym, das sich ein Internetnutzer gibt, wenn er oder sie sich in einem Chatroom, einem Forenboard oder auch einem Spiel im Internet anmeldet. Man findet dem Mythos entlehnte Nicknames auch außerhalb der Foren der Fangemeinde. Um nur einige Beispiele zu nennen (diese stammen von Seiten im Internet ohne ausdrückliche Bezüge zum Mythos, Stand 12.11.04):

Auf dem Forenboard der Gothic- und Metal - Szene Münchens (http://www.schwarzes-muenchen.de) findet sich ein Nephren Ka68.

Im bereits erwähnten Nachtwelten-Forum http://www.nachtwelten.de findet sich ein Cthulhu und eine Miss Lovecraft.

Dies beweist zwar nicht, dass Personen, die sich einen auf den Mythos bezogenen Nickname geben, auch tatsächlich der lovecraftschen Fangemeinde angehören, aber es zeigt die weite Verbreitung aus dem Mythos entlehnter Begriffe.


4.2.2. Private Homepages und Sites

Die Diversität und Anzahl der dem Cthulhu Mythos gewidmeten Homepages ist wirklich erstaunlich. Es gibt Seiten, die sich vor allem mit Lovecraft und seinem Werk beschäftigen (z.B. http://www.hplovecraft.com ), Seiten zum Rollenspiel, wie etwa http://www.opifex.cnchost.com, die Seite des H.P. Lovecraft Filmfestivals, welches ich in Kapitel 5 ausführlich untersuche, http://www.hplfilmfestival.com und andere zu jedem erdenklichen Bereich des Cthulhu Mythos.

Die beiden Seiten, die von mir zur genaueren Betrachtung ausgewählt wurden, unterscheiden sich in zwei wichtigen Punkten vom Grossteil der anderen Seiten zum und über den Mythos im Internet:

  • Sie sind optisch sehr gut aufgemacht und ausgesprochen umfangreich.

  • Sie behandeln sehr originelles Material, welches dem Mythos ganz neue Facetten hinzufügt.


4.2.2.1. Campus Crusade for Cthulhu69

Diese Seite, ursprünglich wahrscheinlich als Persiflage auf die christliche Initiative „Campus Crusade for Christ“ gedacht, hat sich inzwischen zu einer der umfangreichsten und eindrucksvollsten Seiten des Mythos im Internet entwickelt. Campus Crusade for Cthulhu ist sich allerdings hinsichtlich ihres ursprünglichen Zweckes treu geblieben und eine Satire, insofern könnte ich sie auch in Kapitel 9 behandeln. Ich habe mich allerdings entschlossen, sie hier zu behandeln, weil sie einen, wenn auch satirischen, Blick auf die Welt wirft, wie sie sein könnte, gäbe es die Großen Alten und deren Kulte tatsächlich.

Außer der Startseite, die ein Aufruf ist, sich einem Kult um die Großen Alten anzuschließen, gibt es noch einige sehr interessante weiterführende Links zu weiteren Bereichen der Seite, diese führen zu:

  • Cthulhu Scouts of America

  • Famous Residents of Arkham


Cthulhu Scouts of America persifliert, wie man dem Namen entnehmen kann, die amerikanische Pfadfinderbewegung. Dies geschieht allerdings mit großer Liebe zum Detail. Es werden Verdienstabzeichen und Orden der Cthulhu Scouts vorgestellt, selbst ein Handbuch ist abgebildet. Als Bildmaterial für die Cthulhu Scouts selbst dienen allerdings modifizierte Bilder der Hitlerjugend. Über den Geschmack dieser Auswahl kann man sicherlich geteilter Meinung sein.

Weit weniger kontrovers ist hingegen die Sektion „Famous Residents of Arkham“. Hier zeigen die Macher der Seite eine eklektische Mischung Fotos von Personen, die alle mit mehr oder weniger sinnvollen Kommentaren in Zusammenhang mit Mythosaktivitäten in Arkham gebracht werden. Es sind Fotos vom Anbeginn der Fotografie bis heute vorhanden. Die Personen auf den Bildern reichen von siamesischen Zwillingen und Bildern mit „Geistern“ die durch Doppelbelichtung entstanden bis hin zu Tanzgruppen und Hobbyfischern. Alle Kommentare enthalten Anspielungen und Seitenhiebe auf die Werke Lovecrafts. Die Gesamtzahl aller Fotos geht in die Hunderte, es sind insgesamt 58 Seiten, auf denen ausschließlich „Bewohner“ Arkhams zu sehen sind. Es ist eine beachtliche Leistung, eine solche Zahl an Fotos zusammenzutragen und diese auch noch mit mythosbezogenen Kommentaren zu versehen.


4.2.2.2. Orion’s Arm70

Bei Orion’s Arm handelt es sich um ein Online-Projekt zum Entwurf eines Zukunftsbildes der menschlichen Gesellschaft basierend auf den gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Autoren entwerfen hier ein Modell der nächsten 10.000 Jahre, wie diese sein könnten. Dabei wird Wert auf Plausibilität und Rationalität gelegt, es gibt keine Raumschiffe, die sich schneller als das Licht bewegen, keine wirtschaftlich unrentablen Todessterne und auch keine Außerirdischen, die aussehen wie Menschen mit spitzen Ohren. Statt dessen wird viel über die zukünftige Soziologie der menschlichen Gesellschaft und die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz, Gentechnik und Cybernetik auf die weitere menschliche Entwicklung spekuliert.

Ein Teil dieser Spekulationen betrifft auch Religionen der Zukunft. Eine dieser Religionen ist Lovecraftism, darüber findet man bei Orions Arm folgendes:

Lovecraftism

Mythos revolving around a crypto-dualistic chaos-cosmology; teaches that known space is a small island of light, beyond which, and in the interstices between which, are otehr intelligences of a much older nature. The name refers to an atomic age fabulist who popularsied this worldview, but modern lovecraftism differs in a number of important elements.”71



Die Präsenz des Mythos im Internet ist also immens. Wahrscheinlich hat das gesamte im Internet zum Mythos auffindbare Material längst die in gedruckter Form erhältliche Literatur an Umfang hinter sich gelassen. Ich gehe davon aus, dass dieser Trend anhalten wird und das Internet zum Hauptbetätigungsfeld der lovecraftschen Fangemeinde wird, soweit es dies nicht ohnehin schon ist.

5. Der Mythos in Film, TV und Musik

Angesichts der immensen Literaturfülle rund um den Cthulhu Mythos ist es nicht verwunderlich, dass verschiedene Romane und Kurzgeschichten inzwischen verfilmt wurden und Elemente des Mythos, insbesondere das Necronomicon72, auch in Filmen und Episoden von TV Serien auftauchen, die sonst keine Verbindung zu den Werken Lovecrafts und seiner Nachfolger haben. Hier endet der Einfluss auf die moderne Popkultur allerdings nicht. Gerade das „düstere“ Heavy Metal und zu einem geringeren Teil auch die Musik der Gothic-Szene sind von Lovecraft inspiriert und beeinflusst worden. Wie genau dieser Einfluss ausgeprägt ist und wie er sich zeigt, werde ich in diesem Kapitel erörtern.


5.1. Romanadaptionen

Verschiedene Werke der Mythos Literatur sind inzwischen verfilmt worden. Eine der ersten Verfilmungen ist „The Haunted Palace“ aus dem Jahre 1963, mit Vincent Price in der Hauptrolle. Sie basiert auf Lovecrafts Roman Der Fall Charles Dexter Ward73. Es ist auch Vincent Price, der Charles Dexter Ward spielt. Wie die meisten anderen Adaptionen ähnelt sie der Literaturvorlage nur wenig. Lediglich der Name des Protagonisten und der Ort der Handlung, Arkham, lassen auf die Herkunft des zugrunde liegenden Stoffes schließen.

Ein weiteres Negativbeispiel hinsichtlich der Treue zur Literaturvorlage ist der 2001 gedrehte und nur auf Video und DVD erschienene Film Dagon74. Der Bezug auf den Cthulhu Mythos wird durch die niedere Mythos Gottheit Dagon und einen ihr gewidmeten Kult hergestellt. Die Handlung basiert sehr locker auf Lovecrafts Roman Der Schatten über Innsmouth75. Dieser Roman spielt in einem abgelegenen Fischerdorf in Neuengland, das von den Tiefen Wesen, einer Dienerrasse der Großen Alten, deren Anführer und Vater Dagon ist, infiltriert wurde. Die Bewohner des Dorfes tragen inzwischen das Erbgut der Tiefen Wesen in sich, was dazu führt, dass sie im Laufe ihres Leben immer mehr mutieren und schließlich ganz zu Tiefen Wesen werden. Diese Einwohner Innsmouths huldigen in einem Kult, dem Esotherischen Orden von Dagon76 ihrem Vater Dagon und den Großen Alten. Das Dorf selbst ist ein heruntergekommener, elender Fleck, an dem Fäulnis und Verfall herrschen. Im Film Dagon kommt leider keine Atmosphäre auf, die mit der Atmosphäre der Romanvorlage vergleichbar wäre, auch tritt anstelle der deformierten Priester des Dagon Kultes, wie Lovecraft sie beschreibt, eine attraktive, spärlich bekleidete Hohepriesterin. Dies stellt einen völligen Bruch mit den Werken Lovecrafts dar, die bar jeder sexueller Konnotationen sind.

Wesentlich näher am Original ist „Herbert West: Reanimator“77, basierend auf einer gleichnamigen Kurzgeschichte Lovecrafts und ebenfalls nur auf Video bzw. DVD erschienen. Die Handlung dreht sich um einen Mediziner, der ein Serum entwickelt, welches Lebenskraft zurückgeben kann, selbst bei abgetrennten Körperteilen, die dann ein Eigenleben entwickeln. Die Handlung unterscheidet sich lediglich durch den Zeitrahmen vom Original, Lovecrafts Geschichte spielt zu seinen Lebzeiten, die Verfilmung in unserer Gegenwart, sowie durch einige in der Verfilmung hinzugefügte Details, um für Schreckmomente aber auch Humor zu sorgen.


5.2. Das H.P. Lovecraft Film Festival

Das H.P. Lovecraft Film Festival ist eine jährliche Veranstaltung von der Fangemeinde Lovecrafts für die Fangemeine Lovecrafts. Das nun schon elfte Festival fand vom 1. bis 3. Oktober 2004 in Portland, Oregon statt. Auf diesem Filmfest werden einerseits professionelle Kinofilme und Fernsehproduktionen gezeigt, die Elemente des Mythos enthalten, direkte Literaturverfilmungen sind oder auch nur eine Atmosphäre haben, die dem Werk Lovecrafts ähneln. Andererseits dient dieses Festival aber auch als Plattform zur Präsentation von Amateurproduktionen, die sich häufig weit enger an den Mythos anlehnen als vergleichbare professionelle Produktionen.78


5.3. Elemente des Mythos in Film und TV

Lovecrafts Werk hat inzwischen einen beeindruckenden Einfluss im Bereich Film und Fernsehen. Dieser Einfluss ist nur selten offensichtlich. Vielmehr tauchen einzelne Elemente des Mythos, wie etwa das Necronomicon, immer wieder ohne Zusammenhang zum Rest des Mythos in verschiedenen Produktionen auf. Ich möchte hier einige, teils recht überraschende Beispiele nennen.

Die bereits in Kapitel 2 genannten Verfilmungen, die auf Werken mit Bezug auf den Mythos von Stephen King basieren, werden hier nicht betrachtet. Es geht ausschließlich um solche Film- und Fernsehproduktionen, die auf Lovecrafts Werken basieren oder Elemente seines Werkes verwenden.


5.3.1. Batman

Selbst die Verfilmung einer bekannten und beliebten Comicserie trägt Verbindungen zu Lovecrafts Werk, so sehr diese Tatsache auch verblüffen mag. Tatsächlich ist der Superschurke Mr. Freeze (dargestellt von Arnold Schwarzenegger) im 1997 erschienenen Kinofilm Batman & Robin79 im Arkham Asylum untergebracht. Arkham ist, wie bereits zuvor erwähnt, eine Erfindung Lovecrafts. Der Film Batman & Robin zitiert dieses lovecraftsche Element ganz im Stil und der Atmosphäre der Romane Lovecrafts. Das Arkham Asylum in Batmans Heimatstadt Gotham City ist ein düsterer, feindseliger Ort und gleicht somit den Handlungsschauplätzen, die Lovecraft für seine Werke wählte. Dass gerade ein Irrenhaus (engl. Asylum) den Namen eines Motivs Lovecrafts trägt, ist ebenfalls nicht weiter verwunderlich, ist doch der Wahnsinn eine der prävalentesten Gefahren, mit der die Protagonisten der Mythos Literatur zu kämpfen haben. So findet sich also eine versteckte Anspielung auf Lovecraft in einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 1997.


5.3.2. Tanz der Teufel

Tanz der Teufel (engl. „The Evil Dead“ 80) ist eine Reihe von drei Filmen, von der die ersten beiden echte Horrorfilme, der dritte („Armee der Finsternis“) eher eine Horrorkomödie ist. Diese Trilogie hat inzwischen bei Liebhabern des Genres Kultstatus erreicht. Zentraler Punkt der Handlung ist ein Buch mit Namen Necronomicon. Im ersten Teil finden die Akteure eine Kopie dieses Buches in einer Hütte im Wald irgendwo in den USA und spielen ein ebenfalls in dieser Hütte gefundenes Tonband ab, welches Beschwörungsformeln enthält. Die Formeln rufen Dämonen herbei und somit nimmt das Unheil für den Rest des ersten und über die beiden nachfolgenden Teile hinweg seinen Lauf. Bis auf den Namen hat das Necronomicon in Tanz der Teufel allerdings nichts mit Lovecrafts Necronomicon gemein. Es ähnelt eher den Versionen des Necronomicons, die in der Okkult- und Esoterik-Szene im Umlauf sind und die ich in Kapitel 8 behandeln werde.


5.3.3. Blair Witch II: Book of Shadows81

Blair Witch Project war einer der Überraschungserfolge des Kinojahres 1999. Der Film ist als Dokumentation eines paranormalen Geschehens um das Verschwinden dreier Filmstudenten angelegt. Blair Witch II schließt in einem ähnlich dokumentarischen Stil, in dem schon The Blair Witch Project gedreht wurde, an die Ereignisse des ersten Blair Witch Projects an. In Blair Witch Project II wird die Mythosgottheit Shub-Niggurath82 mehrfach erwähnt. Die Figur im Film, die Shub- Niggurath nennt, eine moderne Hexe (Wicca83) aus der Gothic-Szene, geht von der realen Existenz dieser Gottheit aus. Der gesamte Zusammenhang, auch innerhalb des Filmes betrachtet, ist allerdings mehr „Teenager-Okkultismus“ als eine Form von Magie mit Verbindung zum Mythos im Sinne Lovecrafts. Dies ist aber insoweit interessant, als dass die Macher des Films hier eine Thematik aufgreifen, auf die ich in Kapitel 8 einen genaueren Blick werfen werde. Bei dieser Thematik handelt es sich um die mehr oder weniger unreflektierte Aufnahme des Cthulhu Mythos in den Bereich des Okkultismus und die entsprechende Verwendung in Ritualen und Magie.


5.3.4. Verschiedene TV Serien und Fernsehproduktionen

Vom Mythos inspirierte Episoden verschiedener Mystery-TV-Serien und auch Fernsehfilmproduktionen finden sich überraschend häufig. Gerade die 70er Jahre US Mystery-TV-Serie Night Gallery zeigte drei Episoden, die auf Lovecrafts Werken aufbauten: Cool Air und Pickmans Model (vorlagengetreue Umsetzungen zweier gleichnamiger Kurzgeschichten Lovecrafts) sowie Professor Peabody’s Last Lecture, die zwar Bezüge zum Werk Lovecrafts aufweist, aber weder auf eine Kurzgeschichte oder ein anderes Werk Lovecrafts zurückgeführt werden kann, noch besonders gelungen ist, da in ihr nur Götternamen aus dem Mythos zusammenhanglos genannt werden und Professor Peabody kurzzeitig einen Cthulhu entsprechenden Kopf angehext bekommt, was vielleicht lächerlich aber weder lustig noch schockierend ist.84 Abschließend sei noch eine weitere Produktion erwähnt, die zwischen all diesen Horrorfilmen und -episoden hervorsticht, eine Hommage an Howard Phillips Lovecraft und sein Werk: Out of Mind, eine kanadische Produktion aus dem Jahr 1999. Die gesamte Handlung besteht aus einem Interview mit H.P. Lovecraft, wobei die Ähnlichkeit zwischen Lovecraft und dem ihn darstellenden Schauspieler wirklich sehr beeindruckend ist (Abb.5.1.). Das Material des Interviews ist direkt der Korrespondenz zwischen Lovecraft und anderen Autoren entnommen.85 Sie zeigt also eher einen Ausschnitt aus Lovecrafts Leben und gehört nicht zum Cthulhu Mythos, ich habe mich allerdings deswegen entschlossen, sie hier zu erwähnen, da sie meiner Meinung nach zeigt, dass Howard Phillips Lovecraft inzwischen auch als Person und nicht nur als Autor des Cthulhu Mythos respektiert wird.

Lovecraft_Out-of-Mind

Abb. 5.1.: Lovecraft in „Out of Mind“ (vgl. Lovecraft’s Portrait Abb. 1.3.)86



5.4. Musik

Der Cthulhu Mythos hat inzwischen auch Einzug in die Musikszene gehalten. Passenderweise findet man ihn, in unterschiedlich starker Ausprägung, in zwei Musikbereichen, die man immer noch gerne als „düster“ oder „finster“ bezeichnet und deren entsprechende Subkulturen ich bereits vorgestellt habe: Heavy Metal und Gothic.



5.4.1. Heavy Metal

Heavy Metal ist eine in den späten 60er und frühen 70er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts aus dem Rock `n Roll hervorgegangene Musikrichtung. Bands wie Judas Priest und Black Sabbath waren die ersten Vertreter dieses Genres. Heavy Metal zeichnet sich vor allem durch hohe Lautstärke, harte Klänge und meist auch erhebliche Schnelligkeit des Rhythmus sowie, besonders in den Stilrichtungen Death Metal und Doom Metal87, durch Düsternis aus. Seit den 90er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts findet man außerdem zunehmend eine Verquickung von Heavy Metal mit Stilelementen der Klassik (z.B. bei Metallica, Blind Guardian, Apocalyptica und Nightwish) und auch der Musik des Mittelalters und der Renaissance (z.B. bei Skyclad und Haggard), meist durch Verwendung entsprechende Instrumente und Melodien oder, wie im Falle von Metallica, durch Zusammenarbeit mit einem klassischen Orchester.


5.4.1.1. Metallica

Metallica ist eine der ältesten kontinuierlich bestehenden Vertreter des Heavy Metals und gleichzeitig die bisher erfolgreichste Heavy Metal Band überhaupt. Wie zahlreiche andere Gruppen dieses Genres haben sie Werke Lovecrafts als Inspiration für ihre Stücke genommen.

5.4.1.1.1. The Call of Ktulu

Dies ist ein Instrumentalstück, welches auf Metallicas zweitem Album Ride the Lightning88 zu finden ist. Der Bezug auf den Cthulhu Mythos besteht hier im Titel, da das Stück keinen Text enthält sind weitere Bezüge nicht direkt nachweisbar.


5.4.1.1.2. The thing that should not be

Dieses Stück weist ebenso Bezüge zum Cthulhu Mythos auf wie The Call of Ktulu, dies beginnt schon mit dem Titel des Stückes: The Thing that should not be 89 ist der Beiname des Großen Alten Nyogtha90. Insgesamt hat das Stück allerdings hinsichtlich des Mythos keine einheitliche Linie und nennt eine ganze Reihe Gottheiten, Wesen und Orte die in innerhalb des Mythos in sehr unterschiedlichem Zusammenhang stehen. Ich werde hier den Text in Auszügen wiedergeben und ihn mit kursiven Kommentaren hinsichtlich der Bezüge versehen:


Hybrid children watch the sea
Pray for father, roaming free
Diese beiden Verse beziehen sich auf die Nachkommen der Tiefen Wesen, die bei Lovecraft als Hybride bezeichnet werden und Cthulhu anbeten. Mit „Father“ kann sowohl Cthulhu selbst als auch der Vater der Tiefen Wesen, Dagon, gemeint sein.91

[…]
He watches
Lurking beneath the sea
Great old one
Diese Verse beziehen sich auf Cthulhu selbst, der in seiner Stadt R’lyeh (auf die im Text als „forbidden site“ angespielt wird) darauf wartet, dass sie wieder an die Meeresoberfläche steigt.

[…]
Crawling chaos, underground

Crawling Chaos“ ist ein Beiname des Äußeren Gottes Nyarlathotep92
[…]
Not dead which eternal lie
Stranger eons death may die
Bei diesen Versen handelt es sich um das bekannteste von Lovecraft erfundene „Zitat” aus dem Necronomicon.93

[…]
Drain you of your sanity
Face the thing that should not be
“The Thing that should not be“ ist, wie gesagt, der Beiname des Großen Alten Nyogtha. Dies ist die einzige Stelle im Text, die im Bezug zum Titel steht.

5.4.1.2. The Darkest of the Hillside Thickets

Diese Punk / Metal Band besteht vollständig aus Lovecraft Fans. Viele, wenn auch nicht alle, ihrer Texte beziehen sich direkt auf den Mythos (s.u.).

Anhand der untypischen Bekleidung, welche die Band für ihre Lifeauftritte und Fotos auf CDs benutzt, lässt sich auf eine gewisse Selbstironie schließen, die sich wohl auch auf ihre Texte bezieht und die im unten stehenden Bild deutlich wird, der Leadsänger, links im Bild, trägt darauf einen „Raumanzug“ aus rotem Plüsch:


The Darkest of the Hillside Tickets

Abb. 5.2.: Leadsänger und Gittarist von „The Darkest of the HillsideThickets“94

In einer Musikszene, in welcher sich die Künstler gerne als „harte Männer“ produzieren und die dominierende Kleidungsfarbe Schwarz ist (vgl. Abb. 5.2.), wird die Verwendung eines wirklich lächerlichen roten Plüschraumanzuges zu einem sehr deutlichen Zeichen der Selbstironie. Nicht nur bricht der Leadsänger damit bewusst mit den Konventionen der Heavy Metal Szene, er karikiert sie, und damit sich selbst, durch die Verwendung dieser sehr ungewöhnlichen Bühnenverkleidung.


Manowar

Abb. 5.2.: Zum Vergleich eine typische Heavy Metal Gruppe: Manowar95


5.4.1.2.1. Flee

Hier exemplarisch ein Liedtext der The Darkest of the Hillside Thickets. Er stammt von der Homepage der Band: http://www.holycow.com/thickets.

Flee

Flee mortal flee in fear
Cthulhu's coming the end is near
all his children make their way
across the ocean to claim his day.
Flee mortal soon you'll know
Cthulhu deals the final blow
we are his voice and it's our due
to sing of what's in store for you:
pain, death, insanity, death

Die Gesamtheit dieses Textes fasst die Vorgehensweise von Cthulhus Kult, wie er in Der Ruf des Cthulhu” beschrieben wird, zusammen. Wenn Cthulhu aus seinem schlaf erwacht, werden seine Anhänger zu ihm strömen und die Welt mit Schrecken überziehen.


Weitere Songtitel der Darkest of the Hillside Thickets sind z.B. Going down to Dunwich (Anm. d. Verf.: Dunwich ist ein ebenfalls von Lovecraft erfundener Ort, der in der in der Nähe von Arkham liegt), der sich sehr humoristisch mit den in der Kurzgeschichte The Dunwich Horror96 beschriebenen Ereignissen auseinandersetzt und Shoggoths away (Anm. d. Verf.: Shoggothen sind eine Dienerrasse der Großen Alten), der die Erlebnisse einer Flugzeugbesatzung mit Shoggothen im Laderaum beschreibt und ebenfalls alles andere als ernst ist.

Sowohl Going down to Dunwich als auch Shoggoths away finden sich auf dem Album Cthulhu Strikes Back97, dessen Titel und Covermotiv wiederum eine Anspielung sowohl auf Cthulhu als auch auf den zweiten Teil der Star Wars Filmreihe The Empire Strikes Back98 ist.


5.4.1.3. Weitere Bands und Künstler

Außer den hier genannten Bands Metallica und The Darkest of the Hillside Thickets gibt es noch viele weniger bekannte Gruppen und Solokünstler, die entweder durch ihren Band- oder Künstlernamen, Azathoth und Daoloth, beides Äußerer Götter, sind am häufigsten anzutreffen, ebenso gibt es eine Band mit Namen Necronomicon, oder durch ihre Texte im Bezug zum Cthulhu Mythos stehen. Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, diese einzeln aufzuführen.


5.4.2. Gothic - und Industrial - Musik

Gothic und Industrial Musik sind zwei Musikstile, die zur bereits vorgestellten Gothic Subkultur gehören. Gothic als Musikstil deckt im Bezug auf Musik ein weites Spektrum ab, von Rockbands wie den Sisters of Mercy über dir recht bekannten The Cure bis hin zu „Mittelalter Rockbands“ wie Subway to Sally und Mittelaltergruppen mit tatsächlich mittelalterlichen Instrumenten wie Schandmaul und Estampie. Es würde allerdings den Rahmen dieser Arbeit sprengen, zu erläutern, weshalb sich ein so weites Spektrum unterschiedlicher Musikstile im Bereich Gothic findet. Industrial ist im Gegensatz dazu recht klar definiert. Es ist eine dem bekannteren und in der Hitparade zu findendem Techno verwandte Musikrichtung, die man auch als „Düstertechno“ umschreiben könnte. Wie Techno wird Industrial rein synthetisch und elektronisch erzeugt.

Obwohl sich Gothic und Industrial häufig mit ähnlichen düsteren Themen beschäftigen wie Heavy Metal99 (Tod, Schicksal, Zerfall der Zivilisation) und die Werke Lovecrafts auch hier thematisch sehr gut hineinpassen würden, ist der Einfluss, den Lovecrafts Werke auf die Musik der Gothic-Szene haben, wesentlich geringer.

Es ist mir während meiner Recherchen nicht gelungen, Bezüge in Liedtexten der Gothic-Szene zum Cthulhu Mythos zu finden. Einzige Ausnahme hier ist die Band Front 242, die eine Coverversion von Metallicas The Thing that should not be eingespielt hat. Allerdings gibt es ein deutsches Musik-Label, das vornehmlich Musik der Stilrichtung Industrial vertreibt, welches den Namen Zoth Ommog trägt. Zoth Ommog gehört zum Pantheon der Großen Alten. Weiter trägt das Cover einer CD der Gruppe Wumpscut ein Motiv, das unschwer als Karikatur Cthulhus zu erkennen ist:

Bloodchild

Abb. 5.2.: Cover der CD BlutKind/BloodChild

von Wumpscut100


Bis auf diesen Zusammenhang habe ich keine weitere Einflüsse auf die Musik der Gothic-Szene gefunden, was allerdings verwundert, da innerhalb der Szene eine große Fangemeine um Lovecraft und den Cthulhu Mythos existiert, wie ich aus meinem persönlichen Umfeld weiß. Auch ergibt eine entsprechende Suchabfrage über Diskussionsthemen innerhalb des größten Internetforums der Gothic-Community Deutschlands (siehe auch Kapitel 4) http://www.nachtwelten.de zum Thema „Lovecraft“ oder „Cthulhu“ mehrere Dutzend Treffer, die sowohl Literatur, als auch das Cthulhu Rollenspiel betreffen (Cthulhu: 35 Themen, Lovecraft: 73 Themen).

Eine genauere Betrachtung dieser Themen zeigt, dass viele Gothics Lovecraft lesen und sich von ihm in eigenen Gedichten und Kurzgeschichten, soweit sie literarisch tätig sind, inspirieren lassen. Vor diesem Hintergrund ist es umso erstaunlicher, im Verhältnis zu Heavy Metal wenig Einfluss in der Musikszene zu finden.


6. Sonstige Medien

Außer dem im vorhergehenden diskutierten Einfluss in Film, TV und Musik, dem in Kapitel 2 diskutierten Einfluss auf die kontemporäre Horrorliteratur und der im Kapitel 4 gezeigten Anwesenheit des Cthulhu Mythos im Internet, hat sich der Mythos auch in die bisher nicht betrachteten Gebiete der Medienlandschaft ausgebreitet. Diese Betrachtungslücke will ich mit diesem Kapitel schließen.


6.1. Comics

Ähnlich wie in Literatur, Film und TV hat der Mythos auch im Bereich der Comics Einzug gehalten, wo man auch außerhalb spezieller Mythos Comics seinen Einfluss findet.


6.1.1. Lovecrafts Literatur als Comic

Seit den 1960ern hat es immer wieder Comicbuchverlage gegeben, die Lovecrafts literarisches Werk in Comicform umgesetzt haben. Einer dieser Verlage ist Marvel, der einige von Lovecrafts Geschichten in seiner Reihe Journey into Mystery verarbeitete.


The Haunter of the Dark

Abb. 6.1.: „Journey into Mytstery“, April 1974, The Haunter of the Dark101,102


Bis heute werden immer wieder Geschichten Lovecrafts als Comic adaptiert und von verschiedenen Verlagen veröffentlicht. Gegenwärtig veröffentlicht ein privat verlegtes Comicmagazin in Großbritannien ausschließlich Mythosmaterial . Dieses Magazin trägt den Namen Strange Eons (eine Anspielung auf das „Zitat“ aus dem Necronomicon: „Not dead which eternal lie, stranger eons death may die“), der Herausgeber ist Calum Iain MacIver103.

Unter anderem ist eine grafische Umsetzung von Lovecrafts Dreamquest to unknown Kadath in Strange Eons104 erschienen.

Starnge Æons

Abb. 6.2.: Covermotiv Strange Eons105



Weiter unten werde ich das Online-Comic The Unspeakable Vault (of Doom) behandeln. Eine Sammlung der auf der Unspeakable Vault – Homepage veröffentlichten Strips wurde kürzlich von Chaosium veröffentlicht (siehe 6.2.).





6.1.2. Einflüsse in anderen Comicserien

Abgesehen von Comics, die adaptierter Mythosliteratur zum Inhalt haben, wird ein Element des Mythos, Lovecrafts Stadt Arkham, in mindestens zwei Comicserien zitiert.


6.1.2.1. Batman

Das bereits in Kapitel 5 erwähnte Arkham Asylum findet sich auch in der von DC Comics herausgebrachten Batman Comicserie106. DC hat vor 15 Jahren eine Miniserie mit eben diesem Titel, Batman: Arkham Asylum herausgebracht. Aus Anlass des 15. Jubiläums erschien am 27. Oktober 2004 ein Jubiläumsband namens Arkham Asylum Anniversary Edition107.


6.1.2.2. Akte X

Parallel zur bekannten Mystery-Fernsehserie Akte X wurde von Topps Comics auch eine Comicserie mit weiteren Fällen der FBI Agenten Mulder und Scully herausgebracht. Im The X Files, Anual 1: ‚Hallow Eve’108 statten die FBI Agenten Fox Mulder und Dana Scully der Miscatonic University in Arkham einen Besuch ab109, um sich mit einigen Professoren dort zu beraten. Meines Wissens nach ist dies allerdings die einzige Erwähnung eines Elements des Cthulhu Mythos in der Akte X Comicserie.


Ich gehe davon aus, dass ich bei einer genaueren Untersuchung dieses Genres auf weitere Comics gestoßen wäre, die das eine oder das andere Element aus dem Mythos verarbeitet haben. Dies aber en detaile zu bewerkstelligen ist nicht Ziel dieser Arbeit und muss deswegen unterbleiben. Ich wende mich nun den Online-Comics zu.


6.2. Online-Comics

Außer den üblichen gedruckten Comics findet man im Internet auch Online-Comics. Die thematische und stilistische Bandbreite ist hier ebenso groß, wie bei Comics in gedruckter Form. Alle von mir gefundenen Online-Comics zum Mythos gehen auf eine locker-humorvolle Weise mit Cthulhu und anderen Mythoselementen um und persiflieren auch andere bekannte Elemente aus dem alltäglichen Leben (siehe Anhang 2) und Literatur (siehe Abb. 6.2.). Das in Anhang II vorgestellte Comic stammt von der Internetseite http://www.userfriendly.com, deren Online-Comics Leben und Arbeit von IT-Spezialisten persifliert. Cthulhu tritt in diesen Comics zwar häufiger auf, ebenso wie die Mythos Gottheit Hastur, ist aber nur eine Randfigur die immer in irgend einer Form für Unruhe sorgt und eigentlich eher einen Sympathieträger und keineswegs einen kosmischen Schrecken darstellt.


Cthulhu_Moby_Dick

Abb. 6.3.: Ein Strip aus „Unspeakable Vault (of Doom)“110


Der „Unspeakable Vault (of Doom)“, dt.„Die UNAUSSPRECHLICHE KAMMER (der Verdammnis), ist ein Online-Comic, auf dessen gleichnamiger Homepage (http://www.macguff.fr/goomi/unspeakable/home.html) unregelmäßig aber recht häufig neue Strips veröffentlicht werden. Weiter ist erwähnenswert, dass diese Serie sich mittlerweile so großer Beliebtheit erfreut, dass Chaosium (siehe 7.1.), wie bereits erwähnt, einen gebundenen Comicband veröffentlicht hat111, womit hier die Transition vom Online- zum Druckmedium vollzogen wurde. (Anm. d. Verf.: wie in obigem Strip zu sehen, benutzt Cthulhu einen exklamatorischen Ausdruck: „Fthagn“. Dieser Ausdruck stammt aus dem zu Beginn von Kapitel1 dieser Arbeit zitierten Spruch und ließe sich mit „tot“ übersetzen. In UNSPEAKABLE VAULT [of Doom] wird „Fthagn“ allerdings von Cthulhu und den anderen dort auftauchenden Karikaturen der Mythosgottheiten eher wie „fuck!“ oder „hey!“ verwendet, was natürlich für Insider die Komik unterstreicht. Der obige Strip ist im Übrigen eine Persiflage auf Moby Dick. Kapitän Ahab harpuniert hier allerdings keinen Weißen Wal, sondern den grünen Cthulhu.)


Unspeakable Vault Cover

Abb. 6.3.: Covermotiv des UNSPEAKABLE VAULT (of Doom) Comicbandes112


6.3. Hörbücher

Verschiedene Werke Lovecrafts und auch anderer Mythosautoren, wie etwa Derleth, sind inzwischen sowohl auf Deutsch wie auch auf Englisch als Hörbuch erschienen, darunter unter anderem Die Musik des Erich Zann, Der Schatten über Innsmouth und Auf Cthulhus Spur, letzteres ein Werk August Derleths. Mir liegt Der Schatten über Innsmouth und die Sammlung Der Cthulhu Mythos als Hörbuch vor, ich halte beide für anspruchsvolle und sehr stimmungsvolle Umsetzungen der Literaturvorlagen. Die gewählten Sprecher, unter anderem Joachim Kerzel, der Synchronsprecher von Jack Nicholson, und die begleitende atmosphärische Musik im Hintergrund machen der Vorlagen aller Ehre und sorgen für eine schauerliche Atmosphäre. Der Verlag, der in Deutschland die Hörbücher des Cthulhu Mythos herausbringt ist LPL Records. Ihr Werbespruch ist „Gänsehaut für die Ohren“113. Ich halte diesen Spruch in anbetracht der Qualität von Der Schatten über Innsmouth und Der Cthulhu Mythos für berechtigt.


6.4. Computerspiele

Eine Betrachtung der Einflüsse auf weitere Medien wäre ohne die Einbeziehung von Computerspielen nicht vollständig. Das wahrscheinlich bekannteste Spiel mit Bezug zu Lovecrafts Werk ist Quake114, in dem es eigentlich nur darum geht, mit besonders beeindruckenden Waffen, die man im Laufe des Spiels findet, immer gefährlicher und zahlreicher werdende Monster zu eliminieren. In diesem Spiel ist ein Monster namens „Shub-Niggurath“ ein Endgegner, d.h. ein besonders gefährliches und schwieriges Monster, das besiegt muss, um ins nächste Level (d.h. den nächsten Abschnitt) oder ans Ende des Spiels zu gelangen. Diese Figur hat aber nur den Namen mit der Mythosgottheit gemein.

Aktuell arbeitet die Firma Headfirst Production an der Entwicklung Entwicklung des bisher umfangreichsten Mythos Computerspiel: Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth, voraussichtlicher Veröffentlichungstermin ist das Frühjahr 2005115. Auf der Homepage des Spiels http://www.callofcthulhu.com/ sind bereits einige Ausschnitte aus dem Spiel zu sehen, die ich als sehr vielversprechend einschätze. Die Grafik der Ausschnitte ist ausgesprochen gut und die Monster, die man auf ihnen sieht, sind für einen Fan Lovecrafts sofort als Teil des Cthulhu Mythos zu erkennen.

Keine Besprechung von Computerspielen mit Bezügen zum Cthulhu Mythos wäre allerdings vollständig, ohne nochmals auf die Band The Darkest of the Hillside Thickets zurückzukommen. Sie haben den Soundtrack zu einem Film geschrieben, Space Ship Zero, der allerdings nur auf Video erhältlich ist und den ich mangels eines besseren Ausdrucks als mythosinspirierten Spaß-Science-Fiction bezeichne116. Auf der Homepage zu diesem Film kann man sich ein Spiel herunterladen (http://members.shaw.ca/spaceshipzero/downloads.html) , das an den Telespielklassiker Space Invaders angelegt ist. Der letzte Endgegner dieses Spiels, ist Cthulhu selbst.

Space invaders

Abb. 6.4.: Space Invaders117


Wie die Kapitel 2 bis 6 zeigen, hat sich der Mythos in der gesamten Medienlandschaft verbreitet. Ich wende mich nun den Bereichen des Mythos zu, die man nicht auf ein bestimmtes Medium fixieren kann, oder die dafür zu übergreifend sind.

7. Merchandise

Die lovecraftsche Fangemeinde ist groß genug, um die Herstellung spezieller Fanartikel wirtschaftlich zu rechtfertigen, was schon vor einiger Zeit von einigen Herstellern von Rollenspielen aber auch anderen Firmen erkannt wurde.

Inzwischen existieren seit längerem Firmen, die Fanartikel wie T-Shirts mit Mythosmotiven und andere Produkte für Fans vertreiben. Diese bieten natürlich eine Möglichkeit für die Fangemeinde, sich von anderen abzusetzen gleichzeitig untereinander zu erkennen, was gerade auf größeren Rollenspielertreffen wie dem GenCon, dem jährlich stattfindenden weltweit größten Rollenspielertreffen, von Vorteil ist, wenn man Gleichgesinnte sucht.

Ich möchte hier zwei dieser Firmen kurz vorstellen.


7.1. Chaosium

Chaosium, die selbe Firma, die auch das Rollenspiel Call of Cthulhu herausbringt und vertreibt, ist auch der größte Hersteller und Händler von mythosbezogenen Fanartikel. In ihrem Programm läuft die Reihe Cthulhu for President (siehe 9.1.) und sie haben eine komplette Reihe von Produkten, mit denen man seine Verbundenheit zur Miscatonic University in Arkham demonstrieren kann. Diese umfasst Anstecknadeln und T-Shirts mit dem Logo der Universität ebenso wie Zertifikate über das erfolgreiche Erwerben eines Abschlusses (wahlweise B.A. oder M.A.) an der Universität.

Weiter kann man bei Chaosium das Lovecraft Tarot und eine Bronzebüste von Howard Phillips Lovecraft beziehen.


7.2. Sigh Co

Sigh Co, man beachte die im Englischen homophone Aussprache zu „Psycho“, umgangssprachlich für „Psychopath“, vertreibt primär T-Shirts und Buttons mit originellen bis makaberen Motiven. Eine Produktlinie umfasst T-Shirts deren Aufdrucke mythosinspiriert sind. Oft ist es so, dass die Bezüge zum Mythos erst auf den zweiten Blick sichtbar sind. So vertreibt Sigh Co ein T-Shirt auf dessen Frontmotiv der Kopf Cthulhus in einem keltischen Knoten versteckt ist und ein weiteres, das aussieht, wie ein gewöhnliches T-Shirt eines Bergwandervereins. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass der Schriftzug „Unknown Kadath Mountaineering Club“ lautet und somit auf Lovecrafts Roman The Dream Quest to Unknown Kadath anspielt.118


Unknown Kadath Mountaineering

Abb. 7.1.: Brustemblem des „Unknown Kadath Mountaineerin Club“ T-Shirts119



Die Reihe der Fanartikelhersteller endet hier aber selbstverständlich nicht. Es gibt noch etliche Firmen, die solche Artikel produzieren, wenn auch in geringerer Stückzahl oder nur ein oder zwei Artikel. So sei Wizard’s Attic genannt, der Hersteller der später in Kapitel 9 behandelten Cthulhu Plüsch Reihe. Außerdem gibt es eine ganze Reihe freischaffender Künstler, die ein oder mehrere ihrer Werke dem Mythos gewidmet haben. Exemplarisch sei hier Richard Longcoat genannt, übrigens der Schöpfer der bereits erwähnten Internet Präsenz der Miskatonic University, zu dessen Werk auch die unten abgebildete Büste Cthulhus zählt.120


Cthulhu Büste

Abb.7.2.: Cthulhu Büste von Richard Longcoat, Kunstharz.

8. Auswirkungen des Mythos auf Magie und Religion in der New Age und Esoterikbewegung

Obwohl mir zu Beginn meiner Untersuchungen zu dieser Arbeit bereits bekannt war, dass das Necronomicon, welches ich anschließend im Detail betrachten werde, von vielen Mitgliedern der Esoterik-Szene als authentisch angesehen wird, war ich dennoch überrascht zu sehen, welche Kreise auch andere Elemente des Mythos inzwischen gezogen haben. Das Erstaunliche daran ist, dass es offensichtlich Personen gibt, die Lovecraft als eine Art Propheten oder zumindest Bewahrer und Offenbarer des Wissens über den Mythos oder irgend eines anderen Geheimwissens halten121, wie ich weiter unten noch zeigen werde. Dabei ist das gesamte Werk des Mythos und all das, was in seiner Peripherie inzwischen entstanden ist, reine Fiktion. Würden sich diejenigen, die sich gegenwärtig tatsächlich der Verehrung des Großen Cthulhu verschrieben haben, etwas näher mit ihren Quellen beschäftigen, kämen sie sehr schnell darauf, dass sie eine Fantasiefigur anbeten. Gleiches gilt für all jene, wie dem Buchautoren W.H. Müller, mit dem ich mich weiter unten noch beschäftigen werde, die der Meinung sind, die Literatur des Cthulhu Mythos enthalte kodiertes Geheimwissen, das Lovecraft heimlich verbreiten wollte. Auch sie sind Opfer ihrer eigenen Illusionen geworden.


8.1. Das Necronomicon

Den wahrscheinlich größten Einfluss auf Esoterik und Okkultismus hat das von Lovecraft erstmals genannte und auch erdachte Necronomicon. Es ist inzwischen in zahlreichen unterschiedlichen Versionen unter anderem beim weltweit größten Internet-Buchhändler Amazon122 erhältlich. Dies ist umso erstaunlicher, als dass Lovecraft und seine Nachfolger in ihren Romanen und Kurzgeschichten immer wieder darauf hinweisen, dass das Necronomicon verboten und auf dem päpstlichen Index ist und es vielleicht weltweit nur etwa ein halbes Dutzend gut gehütete Ausgaben geben sollte.123 Ich nenne ganz konkret drei verschiedene Ausgaben des Necronomicons mein Eigen, die von sich in Anspruch nehmen, Bücher zur Magie und über die Götter des Mythos zu sein, allerdings sind zwei davon im wesentlichen das gleiche Buch, das eine auf Englisch, das andere auf Deutsch. Es gibt aber zwischen der englischen und der deutschen Ausgabe einige kleine aber wichtige Unterschiede, auf die ich später noch eingehen werde. Die beiden tatsächlich unterschiedlichen Ausgaben nehmen jeweils für sich in Anspruch, das „echte“ Necronomicon zu sein oder zumindest erhaltene Teile des Originals zu enthalten, obwohl sie sich inhaltlich sehr stark unterscheiden. Außerdem kommt noch ein viertes Buch hinzu, das ebenfalls diesen Titel trägt, ein 48 Seiten starkes Heft, und sich selbst als philosophisch-hermetische124 Schrift bezeichnet. Diese insgesamt vier Ausgaben,

  • Abdul Alhazred, „Das Necronomicon“ in Das Necronomicon / Die Goetia, Berlin 1980.

  • Necronomicon (keine Nennung eines Autors), New York, 1980.

  • W.H. Müller, Necronomicon, Ascherhütte, 2004.

  • George Hay (Hrsg.), Das Buch der Toten Namen - Necronomicon, Bergen, 1993.

werden von mir im Anschluss behandelt.

Nur der Vollständigkeit wegen sei erwähnt, dass es außerdem einen Bildband von H.R. Giger und eine Kurzgeschichtensammlung gibt, die beide den Titel Necronomicon tragen. Der Bildband hat bis auf den Titel nichts mit dem in der Mythos Literatur genannten Buch gemein, während sich die Geschichten der Kurzgeschichtensammlung um das Necronomicon drehen. Somit ist die Kurzgeschichtensammlung offensichtlich Teil der Mythos Literatur.


8.1.1. Das Necronomicon in Esoterik und Okkultismus

Ich beginne meine Betrachtung mit der „philosophisch-hermetischen Schrift“ von W.H. Müller, sie ist ein leider sehr abschreckendes Beispiel dafür, wie viele wenig fundierte und ungenügend recherchierte Bücher in der Esoterikszene im Umlauf sind. Das Heft ist gefüllt mit esoterisch-mystischen Andeutungen über die Symbolik des Necromomicons bei Lovecraft und der anderen Elemente des Mythos. W.H. Müller geht davon aus, dass Lovecraft das Buch zwar erfunden hat, was tatsächlich der Fall ist (siehe 8.1.2.), es aber gleichzeitig als Vehikel verwendet, um verschlüsseltes Geheimwissen zu transportieren, wie auch dieser Auszug aus seinem Buch zeigt:

Das Necronomicon ist ein Symbol, das von Lovecraft entwickelt wurde, um auf eine geheime Lehre und tantrische Praxis hinzuweisen.“125


Diese Behauptung ist gemessen an Lovecrafts Biografie völlig aus der Luft gegriffen. Wie bereits im ersten Kapitel dieser Arbeit erwähnt, war Lovecraft überzeugt, dass dieses Universum keinen höheren Sinn hat, er war Atheist und hatte selbst kein Interesse an irgendeiner Art von Mystik.

Eine ähnlich obskure Bedeutung wird den Großen Alten angedacht:

Diese Reformation dient einer Erneuerung, einer Verjüngung des Alten. Lovecraft schrieb darüber in seiner für ihn typischen Weise, indem er von den Großen Alten sprach, denn uns fällt auf, dass das englische Old Ones phonetisch-cabalistisch126 auch Old Once, ‚einst alt’ werden kann. Dies ist ein nur zu deutlicher Hinweis auf die Umwandlung des Todes in neues Leben, seine Auferstehung in die achte Sphäre, die Heilige Erde der Sufis, [...]“127


Müller zieht hier Querverbindungen zwischen Lovecraft und den Sufis128, ohne diese jemals zu begründen. Weiter setzt er auch in diesem Beispiel voraus, dass Lovecraft wissentlich etwas verschlüsselt, ohne einen konkreten Beweis dafür zu liefern. Vielmehr verfällt er in Wortklaubereien (Old Ones und Old Once), die er in einen „phonetisch-cabalistischen“ Zusammenhang setzt, wobei er auch eine Klärung dessen, was „phonetisch-cabalistisch“ überhaupt ist, schuldig bleibt. Die phonetische Gleichsetzung von Ones und Once ist ebenfalls unrichtig. Ones und Once sind nicht homophon, d.h. gleichklingend. Der Abschließende Zischlaut bei Ones ist stimmhaft /z/, der in Once stimmlos /s/.

W.H. Müller gelingt es hier nicht, seine Thesen hieb- und stichfest zu untermauern, statt dessen beweist er, dass seine Kenntnisse auf okkultem Gebiet und in Sachen Fremdsprachen sehr lückenhaft sind. Insgesamt handelt es sich hier um ein Traktat, welches versucht, Lovecraft in eine Beziehung zu einer Art von Mystik zu setzen, die W.H. Müller selbst konstruiert. Es hat außer dem Namen Necronomicon weder etwas mit Lovecrafts Necronomicon, noch mit dem Cthulhu Mythos gemein.

Ich wende mich nun auch zwei der „echten“ Necronomica zu:

Das erste liegt mir in Englisch, der wahrscheinlichen Muttersprache des Verfassers, und in der deutschen Übersetzung vor, ich bezeichne dieses als „babylonisches Necronomicon“, diese Bezeichnung ist keineswegs offiziell. Ich verwende sie deswegen, weil in diesem Necronomicon, wahrscheinlich um Historizität vorzutäuschen, Elemente der babylonisch-sumerischen Mythologie verwendet werden. Dieses Necronomicon nennt eine ganze Reihe tatsächlicher und historisch belegter babylonischer Gottheiten wie Marduk, Enqui, Ereschkigal und Tiamat129. Es werden aber auch Wesenheiten wie Kutulu (Cthulhu) und Azag-Thoth (Azathoth) angerufen. Die Anrufungen selbst werden teilweise in etwas vollzogen, was wahrscheinlich eine Art Geheimsprache, vielleicht auch Babylonisch oder Sumerisch sein soll, allerdings nur eine sinnlose Aneinanderreihung von Buchstaben ist.130 Weiter untergraben der oder die tatsächlichen Autoren ihre eigene Glaubwürdigkeit, indem sie den Göttern, egal ob es sich hier um die historisch belegten oder, wie Ktulu/Cthulhu, die fiktiven handelt, Sigel zuordnen131. Es war mir unmöglich zu bestätigen, dass es tatsächliche Funde von Sigeln im Zweistromland gibt, die dem sumerisch-babylonischen Pantheon zugeordnet werden und die wahrscheinlich zu kultischen Handlungen benutzt wurden.

Nun zu den kleinen aber wichtigen Unterschieden zwischen der englischen132 und der deutschen133 Ausgabe des „babylonischen“ Necronomicons:
  1. Der Autor: Die deutsche Ausgabe nennt ausdrücklich Abdul Alhazred als Autor, also jenes Alter Ego, welches Lovecraft sich als Kind erdacht hat134, die englische nennt keinen Autor.

  2. Herkunft des dem Buch zugrunde liegenden Materials: Die englische Ausgabe behauptet, dass das in ihr enthaltene Material von John Dee, dem Hofastrologen von Elisabeth I von England, und von Aleister Crowley zusammengetragen wurde135,136. Die deutsche Ausgabe führt ihr Material auf einen deutschen Magier namens Gregor A. Gregorius zurück137, es ist mir nicht gelungen, näheres zu dieser Person in Erfahrung zu bringen. Bemerkenswert ist hier, dass Gregorius mit keinem Wort in der englischen und Crowley und Dee mit keinem Wort in der deutschen Ausgabe erwähnt werden. Dies ist umso erstaunlicher, da, wie bereits erwähnt, der Inhalt beider Bücher identisch ist. Offensichtlich irrt sich hier mindestens eine Ausgabe über die Herkunft ihrer Quellen.

Es ist aber so, dass sich beide irren, wie ich noch zeigen werde. Nun aber erst zu der letzten Ausgabe des Necronomicons, das sich in meinem Besitz befindet.

Dieses Necronomicon, Das Buch der Toten Namen – Necronomicon ist eine willkürliche Zusammenstellung von Aufsätzen, Briefen, „tatsächlichen Fragmenten“ und einem Beitrag von L. Sprague DeCamp der seiner Lovecraft Biographie entnommen ist und welcher unter den esoterischen Aufsätzen und schlecht lesbaren „Manuskriptkopien“138 völlig fehl am Platz scheint. Im übrigen beschreibt dieser Beitrag DeCamps ein Zusammentreffen zwischen ihm und einem Reverent Dunn, der Lovecraft persönlich gekannt hat139. Welchen Nutzen dieser Beitrag für dieses Necronomicon haben soll, ist mir völlig unverständlich. Ab Seite 135 bis Seite 170 finden wir die erhaltenen Fragmente des „wirklichen“ Necronomicons. Diese haben nichts mit dem Inhalt des zuerst besprochenen „babylonischen“ Necronomicons gemeinsam und dass, obwohl eine der in der Bibliographie angegebenen Quellen, Magische Abhandlungen, nach den in dieser Bibliographie zu findenden Angaben von Dee mitverfasst wurde und somit auf die selbe Person zurückgeht, auf die sich auch die englische Ausgabe des „babylonischen“ Necronomicons beruft140. Besonders interessant erscheint mir auch das Alphabet von Nug-Soth141. Nug-Soth ist ein Charakter aus Lovecrafts Kurzgeschichte The Shadow out of Time142, der im Jahr 16.000 (unserer Zeitrechnung) lebt. Lin Carter griff den Namen Nug-Soth in seiner Kurzgeschichte Die Glocke im Turm143 auf und verband mit ihm ein Alphabet, statt einer Person. Dieses Alphabet erscheint allerdings völlig unabhängig vom Necronomicon und weder sein Aussehen, noch die Anzahl der Zeichen werden erwähnt.144 Woher Hay diese Details über das Alphabet von Nug-Soth hat, ist nicht nachvollziehbar.

Schaut man sich die Quellen dieses Necronomicons an, so kommt man nicht umhin, festzustellen, dass ausschließlich solche genannt werden, die einem Mitglied der Esoterikszene als wichtig erscheinen werden. Sie lesen sich wie ein Katalog der bekanntesten okkulten und esoterischen Werke der letzten fünf Jahrhunderte145. Vor diesem Hintergrund erscheinen 35 Seiten „praktische Magie“ unter 187 Seiten mehr oder weniger sinnvoller Aufsätze zu Lovecraft und dem Necronomicon, noch dazu in großem Schriftsatz mit weitem Zeilenabstand gedruckt, damit es überhaupt so viele Seiten werden, als sehr spärlich. Eine intensive Auswertung solcher Quellen hätte wesentlich mehr zu Tage fördern müssen, besonders, da auch das Al Azif, das angeblich verschollene arabische Original des Necronomicons als Quelle angegeben ist. Dieses sollte in vollem Umfang Eingang in Das Buch der Toten Namen – Necronomicon gefunden haben, was allerdings auch nicht der Fall ist. Tatsächlich kann das Al Azif auch gar nicht einfließen, da es dieses Buch nicht gibt. Sein Autor ist Abdul Alhazred, der ebenfalls nie, außer in Literatur und Lovecrafts Fantasie, existierte. Somit ist die Nennung des Al Azif als Quelle eine bewusste Täuschung der Leser. Ich behaupte, Hay und die anderen Mitwirkenden haben, wenn überhaupt, nur wenige der in der Bibliographie angegebenen Quellen verwendet. Die Bibliographie dient hauptsächlich dazu, den durchschnittlich gebildeten Anhänger esoterischer Lehren zu beeindrucken, mit dem Inhalt des Buches hat sie wenig gemein.

8.1.2. Die tatsächliche Herkunft des Necronomicons

Das Necronomicon ist eine Fiktion, eine Kreation Lovecrafts. Der Autor des Necronomicons, Abdul Al Hazred ist, wie bereits in Kapitel 1 erwähnt, ebenso eine Erfindung Lovecrafts wie die zitierten Stellen des Necronomicons aus Lovecrafts Werken. Abdul Al Hazred ist ein Alter Ego Lovecrafts, eine Figur, in die er sich beim Spielen verwandelte während er sich in die Märchenwelt von Tausend und Einer Nacht versetzte, so wie sich Kinder heute in Tarzan oder Batman verwandeln, wenn sie spielen.146

Ähnlich verhält es sich mit einem angeblichen Übersetzer des Necronomicons. Ein deutscher Dominikaner namens Olaus Wormius soll das Necronomicon angeblich 1487 vom Arabischen ins Lateinische übersetzt haben147. „Olaus Wormius“ ist kein deutscher Name , dies wird jedem, der Deutsch als Muttersprache spricht, sofort auffallen. Es ist allerdings ein Name, der deutsch klingen mag, wenn man beispielsweise Amerikaner ist. Genau hier liegt auch die Lösung des Rätsel um die Herkunft des Olaus Wormius verborgen. „Olaus Wormius“ ist ein Pseudonym des amerikanischen Autors Robert C. Culp. Dieser hat unter eben diesem Pseudonym ein Necronomicon im Stil des von Lovecraft erdachten Buches verfasst.148 Leider war es mir nicht möglich, dieses Necronomicon Culps zu beschaffen. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich zumindest Teile davon im „babylonischen“ Necronomicon finden. Es scheint als habe auch dieses Pseudonym in Verbindung mit dem Necronomicon ein Eigenleben entwickelt, ebenso wie Lovecrafts Abdul Al Hazred.

Beim arabischen „Originaltitel“ des Necronomicon, Kitab al Azif, ist die Situation entsprechend. „Kitab Al Azif“ soll angeblich „Buch der toten Namen“ heißen. Ich habe dazu einen syrischen Kommilitonen, Herrn Samir al Salhani, der Arabisch als Muttersprache spricht, befragt. Auch ihm sei hiermit mein ausdrücklicher Dank für seine Hilfe mitgeteilt. Laut seiner Aussage ist die bestmöglich Übersetzung „Buch der Person die ein Musikinstrument spielt“. Dies ist deshalb nur eine annährende Übersetzung, da sich Arabisch nur schwer in römischen Buchstaben wiedergeben lässt und daher phonetisch ähnliches gesucht werden muss. „Kitab“ ist das arabische Wort für Buch. Ein Wort, das wie „azif“ klingt, gibt es laut Herrn al Salhani im Arabischen aber nicht. Es gibt nur eines, dass in unserem Alphabet phonetisch annährend als „aasif“ wiedergegeben werden kann, Betonung auf der ersten Silbe, und dieses bedeutet „eine Person, die ein Musikinstrument spielt“. Somit weist schon der angebliche Originaltitel des Necronomicons darauf hin, dass dieses Buch eine Erfindung bar jeder tatsächlichen historischen Grundlage ist, zumindest, wenn es um Magie und den Kontakt zu alten Göttern geht.


8.2. Einflüsse im Satanismus

Es ist auch festzustellen, dass der Mythos im Bereich des Satanismus Einfluss ausübt und dort auch Anhänger gefunden hat. Dies ist vor allen Dingen im Internet zu beobachten, wo sich mehrere Seiten mit dem Mythos als Spielart des Satanismus beschäftigen, wobei Cthulhu häufig, aber keineswegs immer, mit Satan identifiziert wird.149 Es gibt diesen Einfluss aber keineswegs ausschließlich im Internet. In Anton Szandor LaVeys The Satanic Bible150, dem wahrscheinlich wichtigsten Werk für Satanisten, findet sich zum Beispiel ein Hinweiß auf Shub-Niggurath:

The symbol of Baphomet was used by th Knights Templar to represent Satan. Through the ages this symbol has been called by many different names. Among these are: The Goat of Mendes, The Goat of a Thousand Young, The Black Goat, […]”151 (Kursivsetzung durch den Verf.)


The Goat of a Thousand Young” und The Black Goat” sind beides Beinamen
Shub-Nigguraths.
Shub-Niggurath taucht bei Lovecraft zum ersten Mal in der in Zusammenarbeit mit Zelia Bishop entstandenen Geschichte The Mound auf, die bereits Ende 1929 entstand152, allerdings erst 1940 in gedruckter Form im Magazin Weird Tales erschien153, während LaVey 1930 geboren wurde. Die Satanic Bible wurde ihrerseits 1969, also 29 Jahre nach The Mound, veröffentlicht. LaVey hat es hier ganz offensichtlich mit den Quellen für seine Satanic Bible nicht wirklich genau genommen. Ich wage die Spekulation, dass er die Begriffe „Goat of a Thousand Young“ und „Black Goat“ irgendwann einmal gehört oder gelesen hat, bei der Zusammenstellung seiner Satanic Bible allerdings nicht mehr wusste, wo er sie her hatte und sie deshalb mit Baphomet in Verbindung brachte.



8.3. Chaosmagie

Eine weitere Spielart der Esoterik ist die sogenannte Chaosmagie. Chaosmagier sind aus zwei Gründen für diese Arbeit interessant:

  1. Sie beschäftigen sich unabhängig und unbeeinflusst von den oben erwähnten Satanisten und anderen Kultisten mit Elementen des Mythos.

  2. Sie sind sich dabei völlig darüber im Klaren, dass die von ihnen benutzten Mächte reine Fiktion sind.

Hier entsteht eine auf den ersten Blick widersprüchliche Situation, Chaosmagier bedienen sich einer Macht, von der sie überzeugt sind, dass diese fiktiv ist. Diesen scheinbaren Widerspruch werde ich im Folgenden aufklären.


8.3.1. Was ist Chaosmagie?

Chaosmagie ist selbst innerhalb der Esoterik ein wenig bekannter Bereich, der aufgrund seiner, unten erläuterten, Herangehensweise an Magie und Okkultismus häufig missverstanden und mit Satanismus verwechselt wird. Aus diesem Grunde möchte ich die Erklärung, was Chaosmagie ist, einem Praktiker des Themas überlassen:

[..]

Es scheint allerdings, als wäre es nicht so ohne weiteres möglich, völlig ohne Glaubenssätze und damit ohne Einschränkungen zu existieren. Es lassen sich aber die einzelnen Glaubenssätze so weit lockern, dass man sie bequem auswechseln oder neu kombinieren kann. So etwas üben Chaosmagierinnen und Chaosmagier, und natürlich benutzen sie diese Fähigkeit auch.




Neue Wege


Also treiben wir das Grosse Werk der Magie weiter voran mit allen Mitteln des Technoschamanismus, der tantrischen Goetia und griechisch-ägyptischen Quantenphysik, die wir zum Funktionieren bringen.’

Pete Carroll über den IOT154


Das Beängstigende an der Chaosmagie […] ist die Respektlosigkeit, mit der sie mit der Magie umgeht. Gottheiten der verschiedensten Mythologien werden miteinander gekreuzt. Anstatt Schutzkreisen werden astrale Selbstschussanlagen aufgestellt. Kabbalistische Erkenntnisse werden als diskrete Funktionen aufgefasst und fouriertransformiert. Die Liste ist endlos.

Einige dieser Ideen haben ihren Weg in die Praxis traditioneller Okkultisten gefunden, aber der überwiegende Teil bleibt die private Spinnerei einzelner Chaosmagierinnen oder Chaosmagier. Und damit ist ihr Zweck ja auch erfüllt: der oder die nächste kann sich gefälligst selbst was ausdenken!

Man könnte noch viel über Chaosmagie erzählen, aber das bisher geschriebene dürfte für einen ersten Eindruck ja reichen. Und am Ende kannst sowieso nur du herausfinden, was Chaosmagie eigentlich ist!

Frater Phönix über Chaosmagie und den IOT.“155


Man mag zu diesem Phänomen stehen wie man will. Wichtig für diese Arbeit ist, dass es den Chaosmagiern ganz offensichtlich egal ist, was sie in ihren Ritualen verwenden und wie sie es tun. Da alles gleich real und / oder fiktiv ist, spielt es keine Rolle, ob man nun einen Engel, Pan, Thor, Amun Ra oder eben Cthulhu beschwört oder um Beistand bittet.


8.3.2. Chaosmagie und die Götter des Mythos

Chaosmagier machen in konsequenter Umsetzung ihrer Philosophie, des respektlosen Umgangs mit Mythologien, auch Gebrauch von den Gottheiten der verschiedenen Pantheons des Cthulhu Mythos. Interessant daran ist, die Gottheiten werden nicht symbolisch verwendet, sondern direkt angerufen, obwohl es sie real nicht gibt und sie literarische Figuren sind. Ein mir bekannter Chaosmagier, Stefan Klemenc156, dem ich hiermit ebenfalls für seine Hilfe beim Entstehen dieser Arbeit danke, hat hierzu folgendes zu sagen (das Zitat stammt aus einem email Wechsel zwischen mir und Herrn Klemenc vom 09. Oktober 2004) :

„Nichts ist wahr, alles ist möglich. In der Chaosmagie gilt ‚Es gibt möglicherweise keine absoluten Wahrheiten’. Mythologien, die fiktiv sind, können ebenso in magischen Ritualen Effekte erzeugen, wie die althergebrachten - das ist beobachtbar und in den praktizierenden Kreisen der Chaosmagier seit es sie gibt Grundlage. Sie sind also real, solange ich das Paradigma des Cthulhu – Mythos annehme. Wechsele ich das Paradigma, kann diese Aussage auch wieder völlig umgekehrt werden und ich könnte dann sagen: ‚Nein, Cthulhu gibt es nicht.’ Tricky, sowas in der Chaosmagie eindeutig auszusagen. Aber gerade die eindeutig ‚fiktiven’ Mythologien können sehr starke Auswirkungen zeigen, in Ritualen. Wirft ein interessantes Licht auf die traditionellen Mythen und auf sehr viele moderne, versteckte Mythologien.“


In der Chaosmagie gibt es also keinen Unterschied zwischen fiktiv und real. Deswegen können Chaosmagier auch ohne weiteres mit den Göttern des Cthulhu Mythos arbeiten.


Wie wir sehen ist der Einfluss des Cthulhu Mythos im Bereich der Esoterik immens. Ich war sehr verblüfft herauszufinden, wie viele Leute bereit sind, Cthulhu und andere Gottheiten des Mythos in irgend einer Form zu verehren, obwohl er eine rein literarische Figur und keineswegs eine tatsächlich jemals in der Vergangenheit verehrte Gottheit ist.

9. Satire und andere weniger ernste Seiten des Mythos

Ein letzter Aspekt des Mythos, der nicht vergessen werden darf und der sich schon in der bereits vorgestellten Band The Darkest of the Hillside Thickets zeigt, ist die Neigung, sich selbst nicht ernst zu nehmen. Ein sehr schönes Beispiel hierfür ist die von Chaosium (siehe Kapitel 3 und 7) vertriebene Reihe Cthulhu for President. Der Humor, der hinter vielen humoristischen und satirischen Beiträgen zum Mythos steckt erschließt sich einem Außenstehenden nur schwer. Die Betrachtung des Mythos wäre aber ohne eine Erwähnung dieses Punktes nicht vollständig.


9.1. „Cthulhu for President“

Don’t settle for the lesser Evil!“ (dt. „Gib dich nicht mit dem kleineren Übel zufrieden!“) ist der Slogan der Elder Party, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Großen Alten aus ihrem äonenlangen Schlaf zu erwecken und ihnen die Regierungsgeschäfte der USA zu übergeben.


Cthulhu for President Bumper Sticker Cthulhu for President Sign

Abb.9.1.: Elder Party Bumper Sticker157 Abb.9.2.: Covermotiv des Elder Party Campaigne Folders158


Die Reihe Cthulhu for President erscheint regelmäßig alle vier Jahre zu den Präsidentschaftswahlen in den USA. Der Campaign Folder enthält eine detaillierte Aufstellung der zukünftigen Führungsriege der USA mit Cthulhu an der Spitze, Cthulhus Antrittsrede und ein Interview mit „President Elect“ Cthulhu.159 Inzwischen ist auch eine DVD erhältlich, welche die Aktivitäten der Elder Party auf dem GenCon 2004 dokumentiert. Das gesamte Material von Cthulhu for President ist gespickt mit Seitenhieben auf den Mythos und das politische System der USA. Allerdings sind diese Seitenhiebe auf den Cthulhu Mythos für einen Außenstehenden recht unverständlich oder werden gar nicht bemerkt, für einen Insider hingegen ist Cthulhu for President höchst amüsant.


9.2. Religiöse Satire

Es hat nicht lange gedauert, bis die Fangemeinde Lovecrafts anfing, Cthulhu und die anderen Mythosgottheiten zu benutzen, um die Missionierungstätigkeiten der fundamentalistischen Christen der USA, der Religious Right, zu parodieren und zu karikieren (siehe auch 4.2.2.1.).

Ein sehr anschauliches Beispiel sind die sogenannten Chick Tracts160, die von Jack Chick Inc. vertrieben werden, kleinformatige Comics, die auf eine sehr einfache Weise versuchen, christliche Lehren zu verbreiten. Nun gibt es auch Cthulhu Tracts, die bis vor kurzem noch im Internet erhältlich waren, deren Verbreitung allerdings inzwischen von Jack Chick gerichtlich untersagt wurde161. Ich habe allerdings einen dieser Cthulhu Tracts bereits vor einiger Zeit aus dem Internet heruntergeladen, sodass ich in der glücklichen Lage bin, hier einen Cthulhu Tract und den entsprechenden Chick Tract zu präsentieren.

In Anhang I ist dem Cthulhu Tract Who will be eaten first? sein unter dem Link http://www.chick.com/reading/tracts/0100/0100_01.asp zu findendes Original The Choice gegenübergestellt.

Ich lasse diese beiden „religiösen Comics“ unkommentiert nebeneinander stehen und überlasse es dem Leser, sich selbst ein Urteil zu bilden.


9.3. Große Alte und Äußere Götter in Plüsch

Hier handelt es sich sicherlich um den sympathischsten Zweig des Cthulhu Mythos. Inzwischen gibt es schon eine recht große Anzahl dessen, was ich als „Plüschgötter“ bezeichne. Besonders Cthulhu erscheint in immer neuen Variationen, inklusive eines „Santa Cthulhu“ (siehe Abb. 9.3.) und eines „Baby Cthulhu“ mit Windel und einer großen Sicherheitsnadel, die diese zusammenhält.



Santa CthulhuNyarlathotep

Abb. 9.3. : Plüsch Santa Cthulhu Abb. 9.4.: Plüsch Nyarlathotep162


Mir ist nicht bekannt, ob diese Kuschelversionen der Mythosgottheiten ursprünglich als Kinderspielzeug / Kuscheltier oder als Sammelobjekt für besonders enthusiastische Fans entwickelt wurden. Sie sind jedenfalls laut Etikettierung für Kinder über drei Jahre geeignet.


9.4. Pokethulhu

Ich erwähnte Pokethulhu bereits kurz in Kapitel 3. Pokethulhu ist ein Rollenspiel, das Elemente der Zeichentrickserie Pokemon mit Elementen des Mythos verbindet. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Pokethulhus zu fangen, kleine, putzige kosmische Schrecken mit unheimlichen Fähigkeiten, diese zu trainieren, ohne dabei wahnsinnig zu werden und sie schließlich gegen die Pokethulhus anderer antreten zu lassen. Das gesamte Regelwerk ist voll von Anspielungen sowohl auf Cthulhu als auch auf Pokemon, die allerdings nur dann witzig sind, wenn man etwas Hintergrundwissen über beide Bereiche mitbringt.163



10. Abschließendes

Wie ich gezeigt habe, hat der Mythos in den fast 70 Jahren seit Lovecrafts Tod einen Umfang angenommen und Bereiche der Kunst und Gesellschaft erreicht, mit deren Beeinflussung Lovecraft wahrscheinlich nie gerechnet hatte und, im Falle des Internets, deren zukünftige Existenz er sich wahrscheinlich nicht einmal hat vorstellen können.

Der Mythos wächst dabei ständig weiter, denn gerade im Internet kommen ständig neue Beiträge hinzu und Chaosium veröffentlicht regelmäßig neue Anthologien mit Kurzgeschichten zum Cthulhu Mythos. Lovecrafts Cthulhu Mythos ist somit weit mehr als eine literarische Idee. Er hat sich inzwischen zu einem kulturellen Phänomen entwickelt, das sich von der Literatur ausgebreitet hat in die Musik, Film und TV, Spiel, und verschiedene Subkulturen.

Betrachte man das so entstandene Gesamtbild, kann man sagen, dass wenige neuzeitliche Autoren einen ähnlich großen Einfluss auf die gegenwärtige Popkultur haben wie Lovecraft.

Ich gehe davon aus, dass diese Entwicklung noch einige Zeit anhalten wird, noch mehr filmische Umsetzungen von Mythos Literatur entstehen werden und auch das Wachstum der Fangemeinde, mit entsprechenden Konsequenzen für die Präsenz im Internet und für neu entstehende Literatur, sich fortsetzt.




Bibliographie:


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The Evil Dead , Anchor Bay Entertainment - DVD, 2002.

Herbert West: Reanimator, Elite Entertainment DVD, 2002.

The Stand – Das letzte Gefecht, 1995, Warner Home Video

Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back, 20th Century Fox, 1980.



Tonträger:

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Metallica, Master of Puppets, Kopenhagen, 1986.

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http://www.sighco.com/unknown_kadath.html

http://www.thelurker.com/tv/outofmind.htm

http://www.wizards-attic.com/WACthulhu.html (diese Domain existiert in der Form von 2005 nicht mehr)


Anhang I




1. Der Jack Chick Tract „The Choice“164













































2. Der Cthulhu Tract „Who will be eaten first?“165 Eine Parodie auf die Chick Tracts


Cthulhu: Who will be eaten first










Anhang II



User Friendly: „Cthulhu“166

Userfriendly: Cthulhu







1„Der Ruf des Cthulhu“ in Der Cthulhu Mythos (Hörbuch) CD 1, Freiensteinau, 2002, Track 13, Zeitindex 3:52 – 4:12 bis Track 14 Zeitindex 0:00 - 0:04 et.al.

2 Bei den Großen Alten (org. Great Old Ones oder auch vereinzelt einfach als Old Ones bezeichnet) handelt es sich um eine inhomogene Gruppe sehr mächtiger und meist äußerst bösartiger außerirdischer Wesen, die das von Lovecraft und seinen Nachfolgern erdachte Universum bevölkern. Das Erscheinungsbild der Großen Alten ist höchst unterschiedlich und reicht von mehr oder weniger menschenähnlichen Formen (Cthulhu, Ithaqua, Yig) über pflanzenartige (Vulthoom) bis hin zu amorphen Wesen (Abhoth), auch scheinen manche miteinander zu kooperieren oder voneinander abhängig zu sein (Nug und Geb), während andere bittere Rivalen sind (Hastur und Cthulhu). Allen Großen Alten ist gemein, dass sie scheinbar anderen Naturgesetzen unterworfen sind oder gänzlich über den Naturgesetzen stehen. Auch suchen viele aktiv die Verehrung „niederer“ Wesen, wie etwa Menschen, weshalb sich in den Welten des Mythos zahlreiche Kulte auf der Erde und anderen Planeten um die Großen Alten gebildet haben. Lovecraft selbst hat diesen Begriff nicht geprägt, dieser kam erst nach seinem Tod auf. (Anm. d. Verf.)

3 Schwendter, R., Theorie der Subkultur, Hamburg, 1993, S. 9ff.

4 Ebenda. S.11

5 Ich spreche hier aus persönlicher Erfahrung. Ich selbst bin Rollenspieler und bewege mich schon seit nunmehr 15 Jahren in der Heavy Metal und Gothic Szene. (Anm. d. Verf.)

6 siehe auch Kapitel 5 dieser Arbeit.

7 Mjölnir: Hammer des Gottes Donar/Thor (Anm. d. Verf.)

8 „Der Ruf des Cthulhu“ in Der Cthulhu Mythos (Hörbuch) CD 1, Freiensteinau, 2002, Track 7, Zeitindex 1:09 -1:30.

9 Vgl. Murray et.al., The Oxford English Dictionary, Vol. X, Oxford, 1989, S.179.

12 Es würde zu weit führen, jede einzelne dieser Spezies zu definieren. Ich gehe nur deswegen bezüglich der verschiedenen Pantheons ins Detail, weil diese in Kapitel 8 nochmals von Bedeutung sind.

13 Dem Necronomicon ist in Kapitel 8 ein eigener Unterpunkt gewidmet. Dieses Buch ist reine Fiktion, obwohl es zahlreiche unterschiedliche gedruckte Ausgaben gibt, die alle von sich in Anspruch nehmen, ‚echt’ zu sein.

14 Ein Pantheon bezeichnet die Gesamtheit aller Götter einer Religion. Im Zusammenhang mit dem Cthulhu Mythos finden sich aber mehrere Gruppen von Göttern, die voneinander unabhängig sind und sich in Macht und Einflussbereich unterscheiden, weshalb sie verschiedenen Pantheons zugerechnet werden. Außerdem konkurrieren ihre sterblichen Kultisten miteinander oder sind ebenso verfeindet wie die Götter, denen sie dienen.

15 Äußere Götter, Ältere Götter und Götter der Erde sind im Vergleich mit den Großen Alten, welche die aktivste und einflussreichste Gruppe von Göttern stellen, untergeordnete Pantheons bezüglich ihrer Bedeutung für den Mythos. Innerhalb des Mythos stehen die Äußeren Götter allerdings über den Großen Alten, Cthulhu wird manchmal als Oberpriester der Äußeren Götter bezeichnet. Ältere Götter stehen in direktem Konflikt mit den Großen Alten und scheinen der Menschheit wohlgesonnen. Die Götter der Erde darf man nicht mit irgendwelchen Göttern tatsächlicher irdischer Religionen verwechseln. Ihr Einflussgebiet beschränkt sich auf eine Dimension, die in den Werken Lovecrafts und seiner Nachfolger parallel zur irdischen Realität liegt, den Traumlanden. Die Götter der Erde sind verglichen mit den Angehörigen der anderen Pantheons schwach und stehen unter dem Schutz des Äußeren Gottes Nyarlathotep.

16 Siehe beispielsweise http://www.geocities.com/Area51/Corridor/6140/ und die auf dieser Seite vorhandenen Links.

18 siehe Kapitel 3 dieser Arbeit

19 siehe Kapitel 5 dieser Arbeit

20 Die Miskatonic University ist eine weitere Erfindung Lovecrafts. Sie steht in Neu England, in der Stadt Arkham, die ebenfalls eine Erfindung Lovecrafts ist, und wird in zahlreichen seiner Romane und denen seiner Nachfolger erwähnt, unter anderem in „Cthulhus Ruf“, „Das Grauen von Dunwich“ und „Der Schatten über Innsmouth“. Sie ist ein wiederkehrendes Motiv, da viele der Protagonisten in der Mythos-Literatur in irgend einer Verbindung zur Miskatonic University stehen. Die Bibliothek der Universität enthält auch eine Kopie des Necronomicon.

21 Vgl. DeCamp, L.S., Lovecraft - Eine Biographie, Frankfurt, 1989.

22 Bildquelle: http://www.booksfactory.com/writers/lovecraft.htm <17.09.2004, 22:14>.

23 Siehe 8.1.2.

24 DeCamp , 1989, S.42.

25 Ebenda. S.97.

26 Ebenda. S.100ff.

27 Ebenda. S.126.

28 Jarocha-Ernst, C., A Cthulhu Mythos Bibliography & Concordance, Seattle, 1999.

29Vgl. Hohlbein, W., Der Hexer von Salem, Bergisch Gladbach, 2000.

30 Tierney, R.L., „The Seed of the Star-God“ in Anilowski (Hrsg.) The Shub-Niggurath Cycle, Oakland, 1994.

31 Derleth, A. (Hrsg.) The Outsider and others,Toronto, 1991.

32 DeCamp, 1989, S.306.

33 Ebenda, S.308f.

34 Ebenda, S. 309

35 Jarocha-Ernst, 1999, S. 157

36 DeCamp, 1989, S.298

37 Jarocha-Ernst, 1999, S. 109ff.

38 Vgl. Jarocha-Ernst, 1999

40 http://www.hplfilmfestival.com/ <07.08.2004, 10:37>

41 Angaben hinsichtlich der von King verwendeten Mythosbegriffe finden sich in Jarocha-Ernst, 1999 S.125f.

42 Vgl. King, S., The Stand, New York, 1990 und The Stand – Das letzte Gefecht, 1995, Warner Home Video.

43 Ein Ghul ist eine Spukgestalt aus der arabischen Mythologie, die sich von Leichenfleisch ernährt und Friedhöfe heimsucht (Anm. d. Verf.)

44 Vgl.Lovecraft „Pickmans Model“ in Joshi, S.T. (Hrsg.) The Dunwich Horror and Others, Sauk City, 1984.

45 Vgl. King, S., Pet Sematary, New York, 1983.

46 Drabble, M. (Hrsg.) The Oxford Companion to English Literature, Oxford, 2000, S.497.

47 Vgl. Campbell, R., Cold Print, S,9ff. London, 1993.

48 Vgl. ebenda.

49 Vgl. Aniolowski, S. D. (Hrsg) Made in Goatswood Oakland, 1995.

50 Vgl. Rowland et.al. The Great Old Ones, Albany, 1989.

52 Jarocha-Ernst, 1999, S.72

53 Ebenda. S.72ff.

54 Petersen et.al., Cthulhu das Rollenspiel, Berlin, 1999.

56 Petersen et.al., 1999, S.3.

58 GURPS: Generic Universal Role Playing System. Ein von Steve Jackson Games stammendes Spielsystem, welches für jedes erdenkliche Rollenspiel – Genre (Fantasy, Science – Fiction, Horror, Cyberpunk etc.) eingesetzt werden kann. Es gibt ein Grundregelwerk und eine darauf aufbauende große Anzahl Erweiterungsregelwerke, welche die verschiedenen Genres abdecken (Anm.d. Verf.).

59 Pokemon (abgeleitet von Pocket Monster): Ursprünglich von Nintendo 1996 für den Gameboy entwickeltes Spiel: Spieler fangen und trainieren Pokemons und lassen sie gegeneinander antreten. Inzwischen hat sich daraus eine ganze Palette weiterer Spiele, Kartenspiele und auch eine Japanische TV – Zeichentrickserie (in Deutschland von RTL II ausgestrahlt) entwickelt (Anm.d. Verf.).

60 Cyberpunk bezeichnet ein spezielles Genre der Science-Fiction. Cyberpunkromane und -filme sind in der nahen Zukunft angesiedelt. Diese Zukunft ist oft düster, mit riesigen heruntergekommenen Städten in denen das Verbrechen regiert und mächtigen Konzernen, welche die Herrschaft den Regierungen der Staaten abgenommen haben Der Begriff Cyberpunk entstammt dem 1984 veröffentlichten Roman Neuromancer von William Gibson, der auch als Begründer des Genres gilt. (Anm. d.Verf.)

61 Advanced Dungeons & Dragons unterscheidet sich in den grundsätzlichen Regeln nicht von Dungeons & Dragons. Es wurden lediglich einige Regeln hinzugefügt, um das Spiel abwechslungsreicher zu gestalten, den Charaktere mehr Tiefe zu geben (das ursprüngliche Dungeons & Dragons verfügt über kein Fertigkeitensystem) und den Spielern mehr Möglichkeiten für die Entwicklung ihrer Charakter zu geben. (Anm. d. Verf.)

62Breault et. al. Castle Grayhawk, Lake Geneva, 1988, S.60 f.


63Vgl. Cordell, B.R., Advanced Dungeons & Dragons Accessory Monstrous Arcana: the Illithiad, Renton, 1998.

64 Vgl. zu diesem Punkt: http://www.zakon.org/robert/internet/timeline <Zugriff am 17.10.04, 15:07>

65 Vgl. ebenda.

Die ARPA (Advanced Research Projects Agency) war ursprünglich eine dem Pentagon unterstellte Forschungsgruppe, zur Erforschung der militärischen Nutzbarkeit von Hochtechnologie (Anm. d. Verf.).

66 Mailingliste: Elektronische Verteilerliste, die Nachrichten an alle in ihr gespeicherten Email – Adressen versendet. (Anm. d. Verf.)

67 Die korrekte URL ist im Zusammenhang mit http://www.yog-sothoth.com sehr wichtig. Die gleiche Domain mit Endung „.net“ statt „.com“ ist eine Seite, die sich mit besonderen Spielarten des menschlichen Paarungsverhaltens beschäftigt. (Anm. d. Verf.)

68 Nephren Ka ist ein fiktiver Pharao des alten Ägypten, ebenfalls eine Figur des Mythos, der Nyarlathotep verehrte (Anm. d. Verf.).

72 Siehe hierzu Kapitel 8.1.

73 Vgl. Lovecraft, H.P., Der Fall Charles Dexter Ward, Baden-Baden, 1990.

74 Dagon, Lionsgate/Fox DVD, 2001.

75 Vgl. Lovecraft, Der Schatten über Innsmouth, (Hörbuch) Freiensteinau, 2003.

76 Ebenda, CD 1, Track 9, Zeitindex 0:57 – 0:59 et.al.

77 Herbert West: Reanimator, Elite Entertainment DVD, 2002.

78 http://www.hplfilmfestival.com/ <09.11.2004, 19:37>.

79 Batman & Robin, Warner Home Video - DVD, 1998.

80 The Evil Dead , Anchor Bay Entertainment - DVD, 2002.

81 Blair Witch II: Book of Shadows Highlight DVD, 2002.

82 Shub-Niggurath ist eine Gottheit aus dem Pantheon der Äußeren Götter und wird im Mythos mit Fruchtbarkeit assoziiert. Ihr Beiname ist „Schwarze Ziege mit den Tausend Jungen“ bzw. im Englischen Original „Black Goat of a Thousand Young“. Dieser Beiname spielt später in Kapitel 8 noch eine wichtige Rolle.

83 Wicca ist eine auf Gerald Gardener zurückgehende, naturverbundene New Age – Religion, deren Anhänger sich auch als Hexen bezeichnen. Diese Religion steht nicht im Zusammenhang mit den esoterischen Einflüssen der lovecraftschen Literatur, weshalb sie auch nicht in Kapitel 8 behandelt wird. (Anm. d. Verf.)

86 Bildquelle: http://www.thelurker.com/tv/outofmind.htm <10.11.04; 17:48>

87 Heavy Metal hat bis heute, insbesondere im „Bible Belt“ der USA aber auch in Europa, mit dem Vorwurf des Satanismus und okkulter Praktiken während Konzerten und der Verbreitung versteckter satanischer Botschaften auf ihren Alben zu kämpfen. Obwohl diese Vorwürfe lediglich von Vorurteilen gestützt werden und jeder konkreter Basis entbehren, sind es gerade die düsteren, oft heidnischer Mythologie entnommenen Texte des Death Metals und Doom Metals, die diesen Vorurteilen immer wieder Vorschub leisten.

(Anm. d. Verf.)

88 Metallica, Ride the Lightning, Kopenhagen, 1984, Track 8.

89 Metallica, Master of Puppets, Kopenhagen, 1986, Track 3.

90 Petersen et.al ,1999, S.199.

91 Vgl. Lovecraft, H.P., Der Schatten über Innsmouth, Baden-Baden, 1990.

92 Petersen et.al ,1999, S.198.

93 Vgl. Lovecraft H.P. „Der Ruf des Cthulhu“ in Lueg, 2002, CD 1, Track 19, Zeitindex 0:47 - 0:53.

95 Bildquelle: http://www.manowar.com <12.11.04; 19:34>

96 Lovecraft „The Dunwich Horror“ in Joshi, S.T. (Hrsg.) The Dunwich Horror and Others, Sauk City, 1984.

97 The Darkest of the Hillside Thickets, Cthulhu Strikes Back, Vancouver, 2003.

98 Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back, 20th Century Fox, 1980.

99 Vgl. Amduscia – Melodies for the Devil, Leipzig, 2003 und Leatherstrip, Solitary Confinement, Kopenhagen, 1992 et. al.

102 Lovecrafts Kurzgeschichte „The Haunter of the Dark“ erschien zum ersten Mal 1936 in Weird Tales(Quelle: Jarocha-Ernst, 1999, S.138)

104 Ebenda.

105 Bildquelle: Ebenda.

106 Vgl. http://www.dccomics.com <09.11.04, 16:59>

108 Petrucha et.al., Hallow Eve, New York, 1990.

109 Ebenda. S.17

113Lovecraft, H.P., Der Schatten über Innsmouth, (Hörbuch) Berlin, 2003, Track 1, Zeitindex 0:07-0:11.

114 Quake, ID Software, 1996

118 Vgl. H.P. Lovecraft The Dream-Quest of Unknown Kadath, Toronto, 1970.

119 Bildquelle: http://www.sighco.com/unknown_kadath.html <10.12.04; 20:40>.

121 Vgl. Müller, W.H., Lovecraft – Schatzmeister des Verborgenen, Bergen/Dumme, 1993.

123 Vgl. Lueg (Hrsg.) Der Cthulhu Mythos (Hörbuch), CD 3, Track 5, Zeitindex 0:26 - 0:45 et.al.

124 Der Begriff der hermetischen Magie beschreibt eine kodifizierte magische Lehre, die auf das Corpus Hermeticum zurückgeht. Es handelt sich hierbei um eine synkretistische Lehre, die jüdisch-christliche, neuplatonische und neupythagoräische Einflüsse umfasst. Benannt ist die hermetischen Magie nach Hermes Trismegistos, dem fiktiven Autor einer für diese Philosophie grundlegenden Schrift, der auch als Erfinder der Alchemie gilt.
(Vgl. Lexikon der Magischen Künste, S. 123 u. 202 f).

Das Necronomicon W.H. Müllers, jene philosophisch - hermetische Schrift, weist keinerlei Bezüge zu hermetischen Magie nach dieser Definition auf.

125 Müller, W.H., Necronomicon, Ascherhütte, 2004, S. 35.

126 Wahrscheinlich nimmt Müller hier Bezug auf die Kabbala. Die Kaballa ist eine seit dem Hochmittelalter nachweisbare jüdische Mystik, die sich intensiv der Erforschung heiliger Namen, besonders des Namens Gottes, widmet. (Anm. d. Verf.).

127 Müller, Necronomicon, S. 22.

128 Näheres zu Sufismus siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Sufismus.

129 Vgl. King, L.W., The Seven Tablets of Creation, London 1902.

130 Alhazred, A., „Das Necronomicon“ in Das Necronomicon / Die Goetia, Berlin 1980,

131S.109 et.al. sowie Necronomicon (keine Nennung eines Autors), New York, 1980 S.108 et.al.

 Alhazred 1980, S.25 ff.

132Vgl. Necronomicon, New York, 1980.

133 Vgl. Alhazred, Berlin 1980

134 siehe 8.1.2.

135 Necronomicon, New York, 1980 S. XI ff.

136 Dee und Crowley sind im englischsprachigen Raum ebenso bekannt wie Doktor Faust in Deutschland, der jedoch seinerseits Untrennbar mit Goethe verbunden ist. Der oder die Autoren der englische Ausgabe versucht hier wahrscheinlich durch Heranziehen dieser beiden prominenten Persönlichkeiten des Okkultismus im englischen Sprachraum, Echtheit vorzutäuschen. (Anm. d. Verf.)

137 Alhazred, 1980, S.5ff

138 Hay G.(Hrsg.) Das Buch der Toten Namen - Necronomicon, Bergen, 1993, S.132-133.

139 Ebenda. S.173ff.

140 Ebenda. S.223

141 Ebenda. S. 152

142 Vgl. Lovecraft, H.P. „The Shadow out of Time“ in The Dunwich Horror and others, Sauk City, 1984

143 Carter, Die Glocke im Turm, in Lueg ,2002, CD 3 Track 4 - 13.

144 Carter, in Lueg ,2002, Track 9, Zeitindex 2:53 - 2:58.

145 Hay, 1993, S. 223f

146 Vgl. DeCamp , Frankfurt, 1989.

148 Jarocha-Ernst, 1999, S.67.

150LaVey, A.S., The Satanic Bible, New York, 1969.

151 Ebenda, S.136

154 Der IOT („Illuminates of Thanteros“) ist ein weltweit organisierter Orden von Chaosmagiern. Näheres siehe http://www.iot-d.de/.

155 Gesamtes Zitat von http://www.iot-d.de/faq2.html

156 Herr Klemenc ist im Internet mit http://www.kondor.de vertreten.

159 Vgl. Cthulhu for President, Oakland, 2004

161Diese Parodien waren bis vor kurzem unter http://www.howardhallis.com/bis/cthulhuchick/ zu sehen. Jack Chick erwirkte gerichtlich, dass die Cthulhu Tracts aus dem Netz genommen werden mussten.


162 Bildquelle beider Plüschgötter: http://www.wizards-attic.com/WACthulhu.html <29.11.2004>

163 Für eine frei im Internet herunterladbare Version dieses Spiels mit allen näheren Informationen siehe http://www222.pair.com/sjohn/downloads.htm.

165 Diese Parodie stammte ursprünglich von http://www.howardhallis.com/bis/cthulhuchick/, Jack Chick erwirgte gerichtlich, dass der Tract aus dem Netz genommen werden musste.



Cthulhu Mythos

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