23. April
Wir haben einen Großteil der Ruinen abgesucht, bisher ohne
Erfolg. Ein Zeppelin kreist ständig über den Ruinen,
soweit
wir wissen hat niemand die Ruinenstadt verlassen.
24. April
Ein Trupp der amerikanischen Marineinfanteristen hat einen Zugang zu
Gewölben unter dern Ruinen gefunden. Peabody und ich werden
mit
jeweils 10 Mann hinuntergehen, Leutnant Ikari folgt uns mit seiner
gesamten Abteilung.
Diese Gewölbe sind ein
ideales Versteck für Räuberbanden.
26. April
Wir haben Dr. Waite, seine Frau und noch einige seiner Helfer aus der
Gewalt der Wüstenräuber befreien können. Er
befindet
sich inzwischen an Bord der San Andreas. Die Husum und wir haben Kurs
zur Station Orientis gesetzt.
Die Katakomben unter Ur sind immens und wir haben fast den ganzen
gestrigen Tag und heute bis zum frühen Vormittag gesucht.
Hätten die Soldaten von der San Andreas nicht
zufällig eine
Gestalt mit Laterne gesehen, die in arabische Gewänder
gekleidet
war, würden wir vielleicht jetzt noch suchen.
Diese Katakomben lohnen sicherlich eine intensivere Untersuchung zu
einem späteren Zeitpunkt und ich werde dem Lehrstuhl
für
Archäologie in Stuttgart oder Heidelberg einen Detaillierten
Bericht über diese Katakomben zukommen lassen.
Captain Peabody und ich haben außerdem jeweils einen
Gefangenen
an Bord. Ich habe in meinem Leben noch nie solch unzivilisierte,
barbarische, inzüchtige und deformierte Menschen gesehen wie
diese
Wüstennomaden.
Offenbar hatte Dr. Waite bei seinen Ausgrabungen ein Heiligtum dieser
abergläubischen Heiden entdeckt, was ihren Zorn erregte.
Zu unserem Glück waren diese Halsabschneider nicht auf die
Feuerkraft unserer modernen Infanterie vorbereitet, weshalb die
Befreiung auch ohne Verluste auf unserer Seite gelang.
Doch die Art, wie diese Stammeskrieger kämpften wird mich noch
lange beschäftigen. Sie ließen nicht ab, auch wenn
man schon
fünf Kugeln in ihre Brust geschossen hatte. Nur ein direkter
Schuß ins Herz oder den Kopf konnte sie aufhalten und der
Gefreite Obermüller wurde gar von drei dieser Bestien
gebissen.
Doktor Hartmann sieht nach ihm, nicht daß diese Wilden die
Tollwut oder eine andere Krankheit hatten.
Hartmann ist der Meinung, sie hätten sich auf den Kampf durch
die
Einnahme von Opium, Haschisch oder anderen Drogen vorbereitet, was sie
schmerzunempfindlich machte.
Zumindest ist diese Episode glücklich zu Ende gegangen und
vielleicht kann der Gefangene uns mehr erzählen, wenn die
Drogen
nachgelassen haben und er mehr von sich geben kann, als diese
beunruhigend tierischen Laute. Ich habe Hartmann angewiesen, ihn zu
betäuben. In seinem jetztigen Zustand im Wahn von Opium oder
was
es sein mag, stellt er eine Gefahr für uns dar.
Eine Photographie des von Dr. Waite gefundenen und von den
Räubern verteidigten Götzenbildes:
27. April
Sind zurück in Orientis, die Umbauten an der
Württemberg
haben nun in vollem Umfange begonnen. In der Spitze der Hülle
und
hinter der Gondel wird jeweils ein Turm für die neuesten
Erfindungen von
Zeis installiert, außerdem werden verbesserte Komponenten
für
die Kompressoren und die Turbinen eingebaut, die eine weit
höhere
Normal- und
Höchstgeschwindigkeit der Württemberg zulassen. Eine
höhrere Geschwindigkeit ist ein sehr
reizvoller Gedanke, zumal wir bisher noch nie selbst mit der jetzigen
Höchstgeschwindigkeit gekreuzt sind.
Für die Zeisstürme werden wir außerdem
jeweils drei
Kanoniere mit an Bord nehmen, die wahrscheinlich in einer Woche mit
einem weiteren Zeppelin hier eintreffen werden.
28. April
Umbauten und Verbesserungen gehen voran, allerdings ist die
Württemberg die nächsten drei Tage nicht
flugfähig. Die
Fuji wird uns am späteren Nachmittag verlassen, vorher werde
ich
die Gelegenheit nutzen und mich bei Kapitän Saito und Leutnant
Ikari für ihre Unterstützung bei der Suche nach
Doktor Waite
bedanken. Doktor Wentworth hat sich freundlicher Weise bereit
erklärt, mich zu begleiten und mir bei Sprachschwierigkeiten
zu
helfen.
29. April
Hatte gestern erneut das Vergnügen, mit Doktor Wentworth,
seiner Frau und
seiner Tochter Nachmittagstee zu trinken. Zum einen hilft mir dies,
meine seit der Schulzeit ungenutzten Englischkenntnisse aufzufrischen,
zum anderen empfinde ich Miss Wentworth Gesellschaft als ausgesprochen
angenehm und kurzweilig.
Die Hydraulik der Zeisstürme erweißt sich als
komplizierter
als erwartet und ihr Einbau und anschließende
Überprüfung wird mehr Zeit in Anspruch nehmen, als
gedacht.
Dustermann ist allerdings dafür als wahrer Zauberer
was "seine" Abbe-Kompressoren angeht. Ein Kompressor ist bereits
vollständig umgerüstet und zeigt einen erstaunlichen
Anstieg
der Leistung.
30. April
Gruson hat mich gestern Abend auf eien Entdeckung Dustermanns
hingwiesen, die sich für unsere Expedition als
äußerst
hilfreich erweisen könnte, falls die gemachte Beobachtung
stimmt.
Offenbar produzieren die Abbe-Kompressoren als Nebenprodukt ein als
Auftriebmittel ausgezeichnet geeignetes Aether-Nitrogenium-Gemisch.
Sollte dies stimmen und wir dieses in die Gaszellen einleiten
können, was Gruson nicht für schwierig hält,
würde
das den durch die Gaszylinder erzielten Auftrieb beträchtlich
erhöhen und sowohl unsere Reise beschleunigen als auch die
Möglichkeit zusätzlicher Ladekapazität
eröffnen.
Wahrlich, dies ist ein Zeitalter des technischen Fortschritts. Nicht
einmal der Himmel ist mehr eine Grenze.
Ich muss dies sofort Miss Gwendolen berichten, ich hoffe, sie teilt
meine Begeisterung.
1. Mai
Wir bereiten einen Ballon vor, mit dem wir die Eigenschaften
des AeN testen wollen. Die Umbauten an der Württemberg gehen
weiter vorran.
2. Mai
Der Ballon wird morgen einsatzbereit sein, die ganze Besatzung ist
schon sehr aufgeregt. Sollte sich alles so erweisen wie angenommen,
werde ich allen Mitgliedern der Besatzung zur Feier unseres Erfolges
eine der hervorragenden türkischen Zigarren spendieren, die
uns
Sultan Yussuf zum Geschenk gemacht hat.
3. Mai
Hurra! Alles lief genau wie von Ingeneur Gruson geplant. Der Ballon
zeigte eine fast 10% höhere Tragleistung als ein mit Helium
befüllter Ballon. Ganz ausgezeichnet. Eine Entdeckung wie
diese
ist es wert, gefeiert zu werden.
Zu meinem Bedauern hat mich Dr. Wentworth davon unterrichtet,
daß
er mit seiner Familie in den nächsten Tagen abreisen wird. Die
Yacht seines Freundes Edward Lord Shrewsbury wird im Laufe der
nächsten Woche hier eintreffen und ihn, seine Frau und
Gwendolen
nach Maskat zu bringen. Dort warte dann ein Luftschiff der Brtischen
Indienflotte zum Flug nach Kalkutta auf sie.
Wären die Umbauten an der Württemberg nicht so
umfangreich,
würde ich selbst den guten Doktor und seine Familie nach
Kalkutta
bringen.
4. Mai
Alle Kompressoren sind umgerüstet und funktionieren
ausgezeichnet.
Maat Dustermann kann sich ab jetzt darauf konzentrieren, die
übrigen Maschinisten und Ingeneur Gruson beim Einbau der
Zeisstürme zu unterstützen.
Die
Aschaffenburg
ist
eingetroffen und hat uns unsere Kanoniere gebracht. Alles erfahrene
Soldaten des 7. Zeppelin Artillerieregiments aus Kehl. Ich bin
hocherfreut. Offenbar hat unsere Expedition genügend Bedeutung
um
den Generalstab zur Zuteilung solch hervorragender Männer zu
bewegen. Besonders erfreut bin ich über die Anwesenheit von
Leutnant Hauser, ich habe schon von ihm gehört, er ist sowohl
ein
ausgezeichneter Ingeneur als auch ein vortrefflicher Schütze.
5. Mai
Doktor Wentworth war gerade hier, um mir mitzuteilen, daß
sich
seine Tochter sehr freuen würde, wenn ich sie heute Abend bei
einem kleinen Spaziergang begleiten würde. Außerdem
fügte er nachdrücklich hinzu, er erwarte von mir, als
kaiserlichem Offizier und Gentleman, daß ich diese Situation
nicht ausnützen werde.
Ich habe ihm mein Ehrenwort gegeben und freue mich schon auf den
heutigen Abend.
6. Mai
Der Abendspaziergang wurde leider durch einen
Überfall
einer Bande der Wüstenräuber unterbrochen, mit denen
wir
bereits in Ur zu tun hatten. Es waren jedenfalls die gleichen
zerlumpten Bestien wie die, die wir in den Katakomben
fanden und ebenso wie jene kämpften sie wie Tiere und
waren nicht auf Gegner mit modernen Waffen vorbereitet.
Nachdem ich Gwendolen in Sicherheit gebracht hatte, versprach sie mir,
den Spaziergang am heutigen Abend zu wiederholen.
Der Gefangene aus Ur hat sich währen des Überfalls
wie ein tollwütiger Hund aufgeführt, wie mir Leutnat
Schwarz
aus der Garnison berichtete. Was ist das nur für ein Stamm,
mit
dem wir es hier zu tun haben? Ich habe schon einige Geschichten
über die Beduinen gehört, doch war keine dabei, die
sie als
solche Unholde darstellte. Mahmud, Oberst Stauffs Übersetzer,
deutet nur halb im Spaß Geschichten von in der Wüste
lebenden Teufelsanbetern an, mit denen hier ungezogene Kinder
erschreckt werden.
Haben wir es hier mit dem Stamm zu tun, auf den diese
Schauergeschichten zurückgehen?
7. Mai
Der Zeissturm am hinteren Ende der Gondel ist fertig. Hydraulik und
elektrische Leitungen funktionieren tadellos. Die AeN-Leitungen sind
fast vollständig verlegt, der Einbau der Bugkuppel hat
begonnen.
Wenn alles wie geplant von statten geht, werden wir in wenigen Tagen zu
einem ersten Probeflug mit den neuen Apparaturen und Maschinen starten.
Der gestrige Abend wird mir lange in Erinnerung bleiben.
8. Mai
Dustermann hat sich beim Einbau der Bugkuppel verletzt und wird einige
Tage im Lazarett verbringen. Er wird außerdem seine linke
Hand
mindestens eine Woche nicht benutzen können. Da uns seine
Hilfe
nun vorrübergehend fehlt, werden sich die Umrüst- und
Umbaumaßnahmen wahrscheinlich ein oder zwei
Tage länger
dauern.
Lord Shrewsburys Yacht ist eingetroffen, es heißt nun
Abschied nehmen.
9. Mai
Sie hat mir zum Abschied einen Umschlag mit einer Locke geschenkt.
10. Mai
Wir haben Schwierigkeiten mit der Stabilität der
Geschützaufhängung in der Bugkuppel. Die weiteren
Umbauarbeiten werden wahrscheinlich für einige Tage ruhen
müssen, da die Meteorologenstation heute Nachmittag oder Abend
einen Sandsturm vorhergesagt.
13. Mai
Schon drei Tage Sturm.
Alles Leben ist zum erliegen gekommen, erstickt in Sand und Staub.
Zumindest haben wir Masken, da können wir immerhin
von einem
Gebäude ins andere. Gwendolen wird jetzt schon in Maskat sein,
vielleicht auch auf dem Flug nach Kalkutta.
14. Mai
Der Sturm ebbte letzte Nacht ab und wir haben uns daran gemacht, die
Württemberg so schnell wie möglich einsatzbereit zu
bekommen,
um wenigstens einen Teil der verlorenen Zeit wieder wett zu machen.
17. Mai
Drei anstrengende Tage liegen hinter uns, doch ist es jetzt vollbracht.
Die Württemberg wird morgen um sechs Uhr mit Kurs auf den
indischen Ozean starten. Nun wird sich zeigen, ob die Reichweite
tatsächlich so erhöht ist, wie wir denken. Ich habe
das
Hauptquartier in Berlin davon in Kenntnis gesetzt, dass ich
beabsichtige, ohne Zwischenlandung nach Palau zu fliegen.
Von dort geht es zu den Britischen Pitcairns und von dort zum Pol der
Unzugänglichkeit.
Ich rechne mit einer Flugdauer von sieben Tagen bis wir in
Palau
sind, falls die neuen Maschinen laufen wie von Gruson und Dusterman
vorhergesagt.
18. Mai
Wir sind bei exzellentem Wetter gestartet und alle Maschinen laufen wie
geplant. Dampfdruck und Leistung sind laut Gruson stabil. Die Besatzung
ist bei bester Laune, Moral ist sehr gut. Wir werden morgen Indien
gegen Abend die indische Küste erreichen und auf Panjim
zusteuern,
wo wir die Britisch-Indische Admiralität um
Überflugrechte
ersuchen werden. Da seine Majestät Kaiser Friedrich II beste
Beziehungen zum Empire pflegt, rechne ich nicht mit Schwierigkeiten.
Ich genieße die Seeluft. Hier gehört ein Zeppelin
hin, hier
spüre ich die Verwandschaft zwischen dem Luftschiff und den
Schiffen, wie sie unsere Väter und
Großväter und all
unsere Vorfahren kannten. Hier trifft sich Fortschritt und
Vergangenheit.
20. Mai
Nach kurzem Zwischenhalt überfliegen wir nun Indien mit Kurs
auf
die Nikobaren. Wir haben weiterhin exzellentes Wetter und gute Sicht,
was der Mannschaft die Gelegenheit gibt, den Ausblick auf die exotische
Landschaft Indiens zu genießen.
Unter uns, Indien:
21. Mai
Wir sind nur knapp einem sommerlichem Gewittertsurm entgangen. Das
AeN-Gemisch erlaubt es uns glücklicherweise, höher
hinauf zu
fliegen, als dies ursprünglich möglich war. Dies hat
zur
Folge, dass es sehr schnell relativ kalt an Bord wird, vor allen Dingen
auf der Brücke. Lediglich der sonst so stickige und
heiße
Generatorenraum ist dann ein angenehm warmer Aufenthaltsort.
Außerdem ist die extreme Höhenluft sehr
dünn. Wir
hatten dadurch Gelegenheit die speziell für solche
Gelegenheiten
konzipierten Atemgeräte einzusetzen. diese funktionierten
tadellos..
Inzwischen haben wir den Sturm bereits hinter uns gelassen und
überfliegen die Nikobaren.
22. Mai
In der Nacht überflogen wir Siam und befinden uns nun
über
dem Golf von Siam. Ich verbringe vermehrt nachts Zeit auf der
Brücke. Die Sterne über dem Ozean sind ein wahrhaft
erhebender Anblick und ich fiebere der kommenden herausforderung
entgegen, fast zwei Wochen über dem Ozean zu verbringen, ohne
wirkliche Landmassen unter uns.
23. Mai
Wurden heute im Morgengrauen von zwei kleineren Luftschiffen
unbekannter Herkunft angegriffen. Zuerst kam eines heran und morsten in
recht schlechtem Englisch, es bräuchte technische Hilfe. Ich
befahl meiner Mannschaft, wachsam zu bleiben, da der Teil der Erde, den
wir gerade überqueren noch wild und unzivilisiert ist,
ließ
aber denoch das kleine Luftschiff herankommen.
Kurze Zeit später tauchte aus einer unter uns liegenden
Nebelbank
ein zweites Schiff auf und steuerte mit sehr hoher Geschwindigkeit auf
uns zu, während das erste das Feuer auf uns eröffnete.
Die ersten Schüsse verfehlten uns, dann erhielten wir einen
Treffer in die vierte Kammer der Hülle, es ist aber nur ein
Riss
im Material und einige Geschoßsplitter stecken im
Aluminiumgerippe des Gasraums. Dies ist allerdings kein Schaden, den
wir nicht innerhalb weniger Stunden reparieren
können. Zu
diesem Zeitpunkt hatten
wir unsererseits allerdings das Feuer bereits erwiedert und wir
schossen das zweite Luftschiff ab, während das erste einen
direkten Treffer aus unserem Buggeschütz in die Gondel bekam
und
daraufhin abdrehte.
Wahrscheinlich waren diese Piraten bisher nur leicht bewaffnete
Transportluftschiffe oder Luftyachten gewohnt. Da die
Württemberg
kleiner ist, als ein kaiserlicher, britischer oder
französischer
Kriegszeppelin, hatten sie wohl nicht mit der von uns gezeigten
Gegenwehr gerechnet.
Da die Württemberg kein ausgesprochener Kriegszeppelin ist,
verzichtete ich darauf, die Verfolgung aufzunehmen. Ich werde statt
dessen den kaiserlichen Posten auf Palau informieren. Unser Veband im
Stillen Ozean und die Briten können dann gezielt nach
Piratennestern suchen. Ich habe zu diesem Zweck die genaue Position
unseres Kampfes feststellen lassen und Ingeneur Gruson hat eine
Schätzung über die Reichweite der beiden Luftschiffe
angestellt. Daraus können wir zumindest annährend
schließen, woher sie gekommen sein mögen.
24. Mai
Unter uns Ozean. Das Wetter ist ausgezeichnet, haben leichten
Rückenwind und die Maschinen laufen auch bei höheren
Geschwindigkeiten regelmäßig und
Störungsfrei. Sollten
morgen gegen 10:00 Palau erreichen.
25. Mai
Sind sicher auf Palau angekommen. Werde hier unsere Vorräte an
Treibstoff und Lebensmitteln auffrischen, nur um sicher zu
gehen.
Außerdem werden wir zwei Tage rasten und diese paradiesische
Insel genießen, bevor wir dem Höhepunkt unserer
Reise
zusteuern.
Habe Kapitän Opitz über den Zwischenfall
vor zwei
Tagwen informiert. Alles weitere übernimmt unser Stiller Ozean
Geschwader wird nun alles weitere übernehmen.
Die Württemberg auf Palau:
27. Mai
Wir befinden uns nun auf der letzten Etappe zum Pol der
Unzugänglichkeit. Nach unseren neuesten Berechnungen sollten
wir,
bei durchschnittlich höherer Geschwindigkeit als bisher, in
vier
Tagen dort sein. Das Wetter ist weiterhin exzellent.
29. Mai
Hatten heute Mittag eine seltsame Begegnung mit einem großen,
modernen Luftschiff.
Wir passierten es in ca. 200 m Entfernung und morsten
Grüße, wurden aber ignoriert.
Mir ist völlig schleierhaft, was die Flagge am Heck zu
bedeuten hat.
Sie zeigt eine humanoid-drachenartige Gestallt mit dem Kopf eines
Tintenfisches. Sehr befremdlich.
Abgesehen von dieser Begegnung geht die Expedition aber ohne
Schwierigkeiten voran.
30. Mai
Weiterhin gutes Wetter, morgen erreichen wir das Ziel unserer
Expedition.
31. Mai
Hurra! Hurra! Hurra! Wir haben um 13:37 und 42 Sekunden den Pol der
Unzugänglichkeit überflogen. Ich habe angeordnet,
hier eine
Stunde zu Kreisen, während es für alle
Besatzungsmitglieder
zur Feier des Tages Cognac und Zigarren gab.
Inzwischen befinden wir uns wieder auf dem Rückflug nach Palau.
Die Stimmung an Bord ist ausgezeichnet und das Wetter tut das seinige
um diese Phase der Expedition beinahe wie eine Sonntagsfrische
erscheinen zu lassen.
Lang lebe Kaiser Friedrich!
1. Juni
Sind auf dem Rückflug nach Palau. Wetter und Stimmung an Bord
weiterhin ausgezeichnet.
3. Juni
Ein Hoch auf die Erungenschaften des Dampfzeitalters und meine
Mannschaft. Wir gerieten gestern Nacht überraschend in einen
Sturm
über dem offenen Pazifik. Heftige Turbulenzen und dichter
Regen
machten uns schwer zu schaffen, indem sie vor allem die Orientierung
erschwerten und erst die Flucht in extreme Höhen mit der
Wolkendecke unter uns ermöglichte ruhigeren Flug.
Das Verhalten der Mannschat in den schweren Turbulenzen und
während zweier Blitzeinschläge in die
Württemberg war
diszipliniert und vorbildlich. Die Württemberg selbst hat,
wenn
überhaupt, nur oberflächliche Schäden
genommen und die
Turbulenzen, Böen und Luftlöcher sonst unbeschadet
überstanden.
Wir befinden uns gegenwärtig immernoch in sehr
großer
Höhe, da der Sturm ebenso wie wir Kurs auf Palau genommen hat
und
das Sturmgebiet sehr großflächig ist, sodass wir
trotz hoher
Geschwindigkeit seinen Rand noch nicht erreicht haben.
Laut den Berechnungen Grusons und Dustermann ist unser Brennstoffvorrat
aber ausreichend, um direkt nach Indien ohne Zwischenhalt auf Palau
weiterzufliegen. Ich werde anordnen, einen Kurs nach Madras zu setzen.
Sobald wir das Sturmgebiet hinter uns gelassen haben, werden wir wieder
auf knapp über Meereshöhe gehen, um uns
aufzuwärmen
und die Atemgeräte nicht unnötig zu beanspruchen.
Ich beabsichtige jedoch, über dem Golf von Siam auf extreme
Flughöhe zu gehen, um ein weiteres Zusammentreffen mit
Luftpiraten
zu vermeiden.
4. Juni
Die Sturmfront bescherte und kräftigen Rückenwind,
wir kommen
erheblich schneller voran, als gedacht. Die Abbe-Kompressoren laufen
wie geschmiert, obwohl sie genau das nicht sind.
5. Juni
Haben Palau bereits hinter uns gelassen und halten auf
Siam zu. Wir fliegen wieder in großer Höhe, unter
uns die
Wolken des Monsun. Die Mannschaft ist angespannt und erwartet jederzeit
ein weiteres Auftauchen der Schiffe, die uns hier am 23. Mai
überfallen haben. Die Wache beobachtet die Wolken unter uns
und
den Horizont. Ich rechne nicht damit, dass sich die Piraten so hoch
hinauf wagen.
Sollten sie es denoch tun, stellen sie ein größeres
Problem
dar. als bisher angenommen, da es sehr moderne Luftschiffe
benötigt, um über die Wolkendecke
vorzustoßen.
6. Juni
Haben den Golf von Siam ohne Zwischenfälle
überflogen, halten Kurs auf Madras.
7. Juni
Sind sicher in Madras gelandet. Die Liegegebühr für
Luftschiffe die nicht der Royal Navy angehören sind allerdings
immens hoch, sodaß unser Aufenthalt so kurz wie
möglich sein
wird. Ich werde lediglich unsere Vorräte auffrischen und
morgen
ein Telegramm zur Station Orientis senden und von unserem Erfolg
berichten.
8. Juni
Oberst Stauff hat meiner Besatzung und mir die allerherzlichsten
Glückwünsche Ihrer Majestäten Kaiser
Friedrich III und
König Karl II von Württemberg sowie der gesamten
Garnison der
Station Orientis übermittelt, meine Brust könnte
zerspringen
vor Stolz.
Die Mannschaft hat die Glückwünsche mit
großem Hurra entgegengenommen und die Stimmung ist besser als
je zuvor.
Morgen werden wir nach Orientis weiter fliegen, da Oberst Stauff
bereits neue Befehle für uns hat.
11. Juni
Nach kurzem Halt in Orientis befinden wir uns nun auf dem Rückflug nach Berlin. Der Kaiser selbst will uns sehen.